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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Februar 2018

Grünwinkel: Ein Wäldchen für alle

Bürgerprojekt Bestattungswald entsteht in Grünwinkel

„Alle freuen sich, dass sie einen neuen Wald kriegen“, ist die Vorsitzende des Bürgervereins Grünwinkel, Karin Armbruster, ebenso begeistert wie die Rektorin der Grundschule, Eva Mees. Und auch Bürgermeister Klaus Stapf, der das neue Grüne Stadt-Projekt eines Bestattungswaldes auf dem vor 20 Jahren zwar angelegten, aber nie gebrauchten Friedhof der Heidenstückersiedlung in der Schulbibliothek vorstellte, stimmte mit ein.

Vor zwei Jahren habe der Bürgerverein in der grünen Ideenwerkstadt vorgeschlagen, im Stadtteil ein Kastanienwäldchen zu pflanzen. Die Verwaltung „kreiste“, bis der Chef des Friedhofsamtes, Matthäus Vogel, vorschlug, das Wäldchen auf der etwa einen halben Hektar großen zweiten Hälfte des Friedhofsareals wachsen zu lassen. Seit zwei Jahren arbeiteten Eva Mees und ihr Kollegium auf den nun offiziellen Start hin. Denn im Lauf der nächsten Jahre werden Kinder aus den dritten und vierten Klassen die von der Stadt bezahlten 2000 Eichen, Buchen, Ahorn- und Kastanienbäume mit Unterstützung von Waldpädagogik und Stadt pflanzen und pflegen.

Ziel sei, so Stapf, dass sie und alle Interessierten aus Grünwinkel „ihren Wald aufwachsen sehen, sich für die neue, öffentlich zugängliche Oase verantwortlich fühlen und sich mit ihr identifizieren“. Kürzlich hätten auch Imker Interesse angemeldet, sich zur Förderung der Biodiversität mit Bienenvölkern dort anzusiedeln, möglicherweise könne der Ort auch als öffentlicher Treffpunkt eines Kleingartenbereichs dienen.

Nach wie vor ist die Stadt aber an die vom Land beim Kauf des Grundstücks übernommene Verpflichtung der Friedhofsnutzung gebunden. Sind die Bäume in 30 Jahren hoch genug, kann sich Matthäus Vogel hier bei Bedarf unter den Bäumen Bestattungen vorstellen – auf dem dann entstandenen Naturfriedhof, auf dem dann statt kurz geschorener Rasenflächen auch für Insekten wichtige Blühwiesen entstehen könnten. Ob hier jemals Gräber gebraucht würden, hänge von der gesellschaftlichen Entwicklung ab, die derzeit einen Trend weg von Erd- hin zu Feuerbestattungen zeige.

Unter fachkundiger Anleitung des Waldpädagogen Andreas Ott wollen Eva Mees und ihr Team nun an der konkreten Planung arbeiten. Erste Pflanzungen sind für September und Oktober vorgesehen. Haben die älteren Kinder die Bäumchen gesetzt, dürfen auch die Kleinen mit Gießkannen ran. -cal-

 
 

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