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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Februar 2018

Stadtwerke: Vernetzte Fächerstadt

NEUE SENSOREN in unterirdischen Müllcontainern melden den Verkehrsbetrieben, wenn der Abfall überzulaufen droht. Foto: VBK

NEUE SENSOREN in unterirdischen Müllcontainern melden den Verkehrsbetrieben, wenn der Abfall überzulaufen droht. Foto: VBK

 

Sensoren melden freie Parkplätze und volle Mülleimer

Antennen, die das ganze Stadtgebiet vernetzen, etwa freie Parkplätze melden oder volle Mülleimer – in Karlsruhe ist das keine Zukunftsmusik mehr. Derzeit installieren die Stadtwerke die Infrastruktur für eine neue Funktechnologie, die Karlsruhe kostengünstig und energiesparend vernetzen soll.

Funk über weite Strecken

Long Range Wide Area Network, kurz LoRaWAN, heißt die neue Technik. Kleinste Sensoren funken dabei über weite Strecken, messen auch Feuchtigkeit in Räumen und dienen zur Fernüberwachung von Trafostationen. „Das bekannte W-LAN ist räumlich stark begrenzt, eine LoRaWAN-Antenne kann Daten über Entfernungen bis zu 20 Kilometer empfangen“, erläutert Andreas Hallwachs von der SWK-Novatec, einem Tochterunternehmen der Stadtwerke Karlsruhe. Er betont, die Belastung durch Strahlen sei minimal und betrage nur einen Bruchteil im Vergleich zu konventionellen Mobilfunkanwendungen. Minimal sind auch die Datenmengen beim LoRaWAN, weshalb die Batterien der Sensoren auch über längere Zeit die benötigte Energie liefern. Funktionieren wird die Vernetzung folgendermaßen: Der Sensor verschickt die Datenpakete zunächst verschlüsselt zur Antenne, dann wandern diese auf sicheren Leitungen zu den Servern der Stadtwerke.

In der Praxis verhindert dies etwa eine Überfüllung von Abfallbehältern – wie beim Projekt Smart Waste. Hier kooperieren die Stadtwerke mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK). Ultraschall-Sensoren in VBK-Abfallbehältern, zum Beispiel in unterirdischen Containern an Bus- und Straßenbahnhaltestellen, übermitteln regelmäßig Infos zum aktuellen Füllstand. Wird dieser kritisch, bekommen die VBK-Mitarbeiter ein Signal und können die Behälter rechtzeitig leeren. So kann nicht nur die Leerungsroute samt Personal intelligent geplant werden, die Sensoren unterstützen beim Benzin sparen, vermeiden Leerfahrten und damit Abgasemmissionen. „Belastungsspitzen bei Großveranstaltungen wie Festen oder Demonstrationen sind für uns dann besser beherrschbar“, freut sich VBK-Projektleiter Stefan Oberacker.

Über Stadtgrenzen hinaus

Obwohl LoRaWAN eine international abgestimmte Funktechnik ist, sind weltweit erst wenige Städte flächendeckend ausgestattet. Theoretisch können die Sensoren jedoch über die Stadtgrenzen hinaus eingesetzt werden. Karlsruhe gehört so zu den Vorreitern in Sachen Vernetzung. -bea/red-

 
 

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