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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Februar 2018

Stimmen aus dem Gemeinderat: GRÜNE: Grünes Ziel: Mehr Vielfalt im Wohnungsbau

Dr. Ute Leidig, Vorsitzende GRÜNE-Fraktion

Dr. Ute Leidig, Vorsitzende GRÜNE-Fraktion

 

Eine dauerhaft gesunde Stadt benötigt lebendige, durchmischte Quartiere: Quartiere mit jungen und alten Menschen, mit Familien und allein Lebenden, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und auch Orten der Begegnung und der Versorgung, wie Kitas, Schulen, Läden und kleinen Gewerbebetrieben.

Deshalb ist Wohnraumentwicklung wesentlicher Teil der Stadtentwicklung. Doch wie kann die Entstehung lebendiger Quartiere gefördert werden? Und wie können mehr Menschen mit unterem und mittlerem Einkommen Wohneigentum erwerben? Diese Fragen waren Ausgangspunkt für einen Grünen-Antrag im Gemeinderat. Danach sollen städtische Grundstücke für Wohnungsbau zukünftig „nach Konzept“ vergeben werden.

Konzeptvergabe als Lösungsweg
Damit durch Wohnbau lebendige, durchmischte Quartiere entstehen, hat sich in vielen Städten die „Grundstücksvergabe nach Konzept“ bewährt. Dabei entscheiden inhaltliche Kriterien darüber, wer ein Grundstück erhält. Kriterien können – je nach Quartier – soziale Aspekte, Durchmischung des Quartiers, Vielfalt der Wohnkonzepte, energetische oder architektonische Qualität sein. Aber es geht immer darum, dass Wohnraum entsteht, der qualitätsvoll und bezahlbar ist und nachhaltig positiv auf die Stadtentwicklung wirkt.

Vielfältigere Wohnbauförderung
In den letzten Jahren haben in Karlsruhe vor allem private Investor*innen gebaut. Kleineren Baugemeinschaften gelang es kaum, Grundstücke zu Wohnbauzwecken zu erwerben. Der bisherige Prozess von Vergabeverfahren und Bebauungsplanerstellung bevorteilt erfahrene, finanzstarke und schnell agierende Firmen. Der Grüne Antrag sieht daher vor, die Konzeptvergabe mit bestimmten Instrumenten auszustatten. Optionsrechte auf Grundstücke berücksichtigen den erhöhten Zeitbedarf von Baugemeinschaften bei der Planung und Finanzierung. Die Möglichkeit von Erbbaurecht erlaubt auch Menschen mit weniger finanziellem Spielraum, Wohneigentum zu erwerben. Auch sollte die Stadtverwaltung künftige Wohnbauflächen ankaufen, um über deren Vergabe bestimmen zu können.

Vielfältigere Wohnformen
Die Konzeptvergabe fördert vielfältige Wohn- und Lebensformen, die als Wohnungseigentümergemeinschaft oder genossenschaftlich organisiert sein können: Mehr-Generationen-Wohnen, integratives Wohnen, Wohnprojekte von Senior*innen oder zweckgebundene Baugemeinschaften. Da selbstnutzende Baugemeinschaften häufig innovativ sowie engagiert sind und sich mit dem Quartier identifizieren, profitieren ganze Wohnviertel von diesen Projekten.

Dr. Ute Leidig
Vorsitzende GRÜNE-Fraktion

 
 

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