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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Februar 2018

Kultur: Alles im Ungefähren

BENNO BLOME (vor seinem Gemälde „Stilles Land IV“) hat den mit 5.000 Euro dotierten Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung erhalten. Foto: Fränkle

BENNO BLOME (vor seinem Gemälde „Stilles Land IV“) hat den mit 5.000 Euro dotierten Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung erhalten. Foto: Fränkle

 

Benno Blome zeigt „Stilles Land“ in der Galerie

Das Skizzenbuch hat Benno Blome stets bei sich. Es ist sein Begleiter auf Reisen, seine Gedächtnisstütze. Was ihn inspiriert, hält er fest. Was er festhält, verdichtet sich später zu konzeptionellen Kompositionen. „Stilles Land“ überschreibt der Kunstpreis-Träger der Werner-Stober-Stiftung 2017 die Ausstellung in der Städtischen Galerie, die bis zum 3. Juni im Obergeschoss des Museums zu sehen ist.

Der „Hang zum Gesamtkunstwerk“ ziehe sich als roter Faden durch Blomes Werk, zitierte Dr. Ursula Merkel aus früheren Veröffentlichungen.  Auch die aktuelle Mini-Schau ist ein solches. Ausgangspunkt sind auf Notizen basierende, für die Wandflächen des Ausstellungsraums grafisch abstrahierte und vergrößerte „Zauberzeichnungen“. Ihnen zugeordnet - quasi als Kommentar – sind figurative Ölbilder. Als inspirationsquellen nennt Blome, der von 2005 bis 2011 an der Karlsruher Kunstakademie studierte und als Meisterschüler von Franz Ackermann abschloss, Zeitungsfotos, Beobachtungen in Bahnhöfen sowie eindrückliche Begegnungen mit Menschen.

Eines der Gemälde zeigt eine Gruppe Jugendlicher, die in Schlafsäcken auf dem Boden campiert. In einer Bahnhofsecke Gestrandete, deren Zugverbindung gestrichen wurde? Vielleicht. Dazu Einzelporträts kniender Männer, der eine mit markantem Gebiss, der andere Frank Zappa ähnelnd. Oder Vögel. Als schwarzer Schwarm oder groß im Vordergrund inmitten belebter Natur. Installationen aus Fundstücken dienen als dritte Komponente. Unter den ausgemusterten Alltagsgegenständen finden sich batteriebetriebene Kleinfernseher, die Wanderarbeiter mit sich führen. Alles bleibt im Ungefähren. Die Arbeiten Blomes „scheinen bei allem Gedankenreichtum immer wieder einen undeutbaren Rest zu betonen, einen undeutbaren Kern“, schreibt im Katalog  Friedrich Hausen. Malereien wie Installation zeigten „Merkmale eines methodischen Dilettantismus, die in einer kraftvollen und entschiedenen Gesamtkomposition aufgehoben werden.“ -maf-

 
 

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