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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Februar 2018

Schulen: Technik folgt Pädagogik

ÜBERGABE des Projektberichts: Jörg Schumacher (von rechts) mit Joachim Frisch, Martin Lenz und Dr. Frank Mentrup.  Foto: Fränkle

ÜBERGABE des Projektberichts: Jörg Schumacher (von rechts) mit Joachim Frisch, Martin Lenz und Dr. Frank Mentrup. Foto: Fränkle

 

Konzept zur Digitalisierung Karlsruher Schulen / Zuerst Schaffung der Infrastruktur mit Anbindung der Schulen an Glasfasernetz

Was an den Schulen getan werden muss, um Lehrende und Lernende für die digitalisierte Welt zu rüsten, listet nach einem runden Tisch ein vom Stadtmedienzentrum erarbeiteter Projektbericht auf. Die Initiatoren OB Dr. Frank Mentrup und Sozialdezernent Martin Lenz stellten am 19. Februar die Ergebnisse vor.

Er sei stolz, so Mentrup im Rathaus, dass Karlsruhe schon so weit sei, denn überall sonst sei unklar, was es bedeute, alle Schulen auf gleiches Niveau zu heben. Dabei gelte: „Die Technik folgt der Pädagogik“. In einem ersten Schritt sollen alle Schulen an das städtische Glasfasernetz angebunden werden. Mittelfristig wird angestrebt, alle Lernenden mit einem Endgerät (Tablet) auszustatten. Außerdem ist ein Personalkonzept notwendig, um eine professionelle Betreuung der Ausstattung zu sichern. Das alles kostet: einmalig rund 15 Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre, weiterhin jährlich rund 2,6 Millionen sowie Betriebskosten von knapp 166.000 Euro.

„Schon mit dem nächsten Doppelhaushalt wollen wir den systematischen Anschluss der Schulen vorbereiten“, versicherte Mentrup. Unklar sei allerdings noch die Finanzierung von Schüler-End-geräten und der Wartung. Gerade letztere sei nicht nur Aufgabe von Trägern wie der Stadt. Auch bisher hatten Lehrende dafür schon Deputatsanteile. Der 70-seitige Bericht basiert im Übrigen nicht auf abstrakten Hochrechnungen  sondern auf den Erfahrungen von sieben Schulen aller Typen (Ernst-Reuter-, Wolfartsweierer- und Schlossschule, Rennbuckel-Real-, Drais-Gesamtschule, Helmholtz- und Friedrich-List-Gymnasium)  sowie den rund 40  Mitgliedern des Runden Tischs. „Wir warten in Karlsruhe nicht, wann staatliches Geld  vom Himmel fällt, sondern sind dank des Projektberichts mit Preisschildern bereits antragsfähig,  überlegen, wann wir die erste Tranche einstellen können und sind in guten Gesprächen mit dem Land. Denn auch die Lehrenden müssen geschult werden“, bestätigte Lenz.

Das Land sei nun gefordert, so Mentrup, die 2002 und 2016 unter Mitarbeit der Stadt erarbeiteten, landesweiten Multimedia-Empfehlungen umzusetzen. Der Städtetag gehe dafür von 1,8 Milliarden  Kosten und einem Landeseinstieg von 200 Millionen aus. Rechne man anfangs nur mit einem Beamer, Notebook und einer Dokumentkamera pro Schulraum, brauche es zusätzlich 18,2 Millionen, um die 40.000 Schüler mit Tablets auszustatten, ergänzte Projekt- und Leiter des Stadtmedienzentrums, Jörg Schumacher. Aber zuerst  müsse nun die Infrastruktur kommen, neben dem Glasfaseranschluss auch die standardisierte Verkabelung und  die Versorgung mit W-LAN, was auch im Zuge von Schulsanierungen geschehen werde, verdeutlichte der Chef des Schul-und Sportamts,  Joachim Frisch.-cal-

 
 

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