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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Januar 2019

300 Jahre Badisches Staatstheater: Zukunftstheater für die Zukunftsstadt

LICHTERSPIEL AM NACHTHIMMEL: Mit einem großen Feuerwerk auf dem Hermann-Levi-Platz klang das „Fest für alle“ aus. Foto: BST/Grünschloss

LICHTERSPIEL AM NACHTHIMMEL: Mit einem großen Feuerwerk auf dem Hermann-Levi-Platz klang das „Fest für alle“ aus. Foto: BST/Grünschloss

GEBURTSTAG OHNE TORTE? NIEMALS! MP Winfried Kretschmann, Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Generalintendant Peter Spuhler, Geschäftsführender Direktor Johannes Graf-Hauber, OB Dr. Frank Mentrup (v.l.). Foto: BST/Uli Deck

GEBURTSTAG OHNE TORTE? NIEMALS! MP Winfried Kretschmann, Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Generalintendant Peter Spuhler, Geschäftsführender Direktor Johannes Graf-Hauber, OB Dr. Frank Mentrup (v.l.). Foto: BST/Uli Deck

 

„Fest für alle“ als Auftakt des Jubiläumsjahrs / Glückwünsche aus Politik und Bürgerschaft

Auftakt nach Maß: Mit einem „Fest für alle“ in vollbesetzten Spielstätten und Foyers, mit Musik- und Theatereinlagen, einem von Abonnenten bestückten Kuchenbuffet, Jubiläumskonzert und Feuerwerk feierte das Badische Staatstheater am 13. Januar - genau auf den Tag seiner Gründung im Jahr 1719 - seinen 300. Geburtstag. Gleichzeitig den Beginn umfangreicher notwendiger Sanierungsarbeiten.

Die Umrisse des neuen Theaters samt Schauspielhaus bildete die auf einer Baggerschaufel servierte Torte nach, die Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Generalintendant Peter Spuhler, allesamt mit Fan-Schals des Staatstheaters ausgestattet, unter dem Motto „Wir bauen Zukunft“ zur Eröffnung gemeinsam anschnitten. Wem der Blick auf das nur kurzzeitig intakte Modell aus Zuckerwerk nicht genügte, konnte bei den CyberRäubern durch eine VR-Brille eine virtuelle Inszenierung künftiger Karlsruher Theaterwelten nach dem großen Umbau erleben.

Bestens aufgelegt war beim offiziellen Festakt im Großen Haus nicht nur die Badische Staatskapelle, die den musikalischen Bogen vom Barock bis zur Uraufführung von Kathrin A. Denners zeitgenössischem Auftragswerk „Apparator 300“ schlug, sondern auch Baden-Württembergs Landesvater Kretschmann als bekennender Theaterfreund. Er habe in Karlsruhe fast den gesamten Ring-Zyklus gesehen, „es war ein Hochgenuss“. Ein ebensolcher war für das Publikum wohl auch Kretschmanns Festrede voller Würdigung.

Seit 300 Jahren begeistere das Staatstheater „mit furiosen, vielfach preisgekrönten Bühnenproduktionen“, trete als „Demokratiebotschafter“ leidenschaftlich für eine offene Gesellschaft ein. Als Ort „lebendiger und kritischer Theaterkonzepte“ sei es eng mit der Karlsruher Stadtidentität verzahnt, „ein Zukunftstheater für eine Zukunftsstadt“. Und damit der Komplimente nicht genug: Baden-Württemberg sei nicht nur ein wichtiges Industrieland, sondern auch ein Kulturland mit Weltruf. „Ein Global Player der Kultur wie das Badische Staatstheater“ sei „so wichtig wie der Daimler“, unterstrich der Ministerpräsident.

„Wir stehen vor einer großen Zukunft“, bekräftigte auch Stadtoberhaupt Mentrup. Der letztlich auf 325 Millionen Euro bezifferte und dennoch von „überwältigender“ politischer Unterstützung getragene Theaterumbau setze „ein kräftiges städtebauliches und kulturelles Signal“, lade als weiterer Mittelpunkt der Stadt ein, „uns zu begegnen und auszutauschen“. Über 300 Jahre hinweg hätten Zuneigung und vehementes Interesse Karlsruhe zu einer „fast nahtlosen Theatergeschichte“ verholfen, zeigte sich der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Prof. Ulrich Khuon, beeindruckt.

Er beglückwünschte die Akteure zur „großen Einigkeit und Geräuschlosigkeit“, mit der sie diesen „mächtigen Schritt“ gegangen seien. „Veränderung tut gut“, ermunterte er dazu, selbst die Bauphase zu genießen. Gefeiert wurde bis in die späten Abendstunden – und das war erst der Anfang eines Jahres, das noch viele inspirierende Überraschungen und Premieren von Auftragswerken in Schauspiel, Ballett und Oper bereithält. -maf-

 
 

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