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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Januar 2019

Gemeinderat: Verkehrschaos vor der Haustür

Baustelle auf der Rheinbrücke belastet Knielingen / Sperrungen und Einbahnstraßen gegen Schleichverkehr

„Die Knielinger fühlen sich allein gelassen. Dabei war es lange bekannt, dass die Sanierung der Rheinbrücke nicht nur die Pendler sondern auch die Bewohnerinnen und Bewohner treffen wird“: So erläuterte Karin Wiedemann die Forderung der CDU-Fraktion nach Konzepten und Maßnahmen, um die Wohngebiete in Knielingen zu entlasten und die Polizeipräsenz zu erhöhen.

Ergänzend dazu hatte Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) einen Antrag gestellt, um die Anwohner vor Schleichverkehr auf Ausweichrouten zu schützen. Die in den Anträgen geforderten Konzepte liegen bereits vor und sind zum Teil schon umgesetzt, verwies die Verwaltung in ihrer Stellungnahme auf ein Bündel von Maßnahmen, das bei einer öffentlichen Info-Veranstaltung des Bürgervereins Knielingen am 24.01.2019 (nach Redaktionsschluss) vorgestellt werden sollte.

Kernstück dabei sind Sperrungen wie an der Esso-Straße, Am Kirchtal, Frauenhäusleweg, am Sportpark, Kutzheckweg, Pfalzbahn-, Wikinger- und Fischreiherstraße sowie Einbahnstraßenregelungen an der Eggensteiner Straße und der Östlichen Rheinbrückenstraße, um den Schleichverkehr einzudämmen und den Rückstau besser abfließen zu lassen. Die Bürgerinformation sei zwar nicht ideal gelaufen, die vorgesehenen Maßnahmen seien aber begrüßenswert, merkte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Johannes Honné, an. Im Moment sei bereits eine Entspannung spürbar. „Das Problem wird sich von selbst erledigen“, fand auch Dr. Paul Schmidt (AfD) den Maßnahmenkatalog der Stadt gut.

Dagegen zeigte der FDP-Fraktionsvorsitzende Tom Høyem Verständnis, wenn manche „zu Wutbürgern“ werden. Anfragen zu den Auswirkungen der anstehenden Arbeiten seien vergangenes Jahr „arrogant und uninteressiert“ beantwortet worden, und Verweise auf die Zuständigkeiten anderer, wie etwa bei der Umleitung des überörtlichen Verkehrs, helfen den Bürgern nicht. „Eine gewisse Empathielosigkeit in der oberen Etage“ stellte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Tilman Pfannkuch fest. Für die Lösung solcher Probleme müsse man von Anfang an die Zuständigen „mit ins Boot nehmen“.

Bürgermeister Dr. Albert Käuflein gab indes zu bedenken: „Es war klar, dass die aktuellen Baumaßnahmen Stau auf beiden Seiten des Rheins nach sich ziehen werden. Alle Beteiligten, auch von Seiten des Regierungspräsidiums und des KVV haben sich darum bemüht, das befürchtete Chaos zu unterbinden.“ Die Stadt selbst könne eben nur kleinräumig (re)agieren und werde dies mit Verkehrslenkungsmaßnahmen tun. Wobei diese Maßnahmen nur Kompromisse darstellen könnten, schließlich würden durch die Einschränkungen wie die Einbahnregelungen, auch die Anwohner selbst betroffen.

Die Maßnahmen seien allerdings in enger Abstimmung mit dem Bürgerverein Knielingen getroffen worden. Allgemein bedauert wurde, dass der kommunale Ordnungsdienst keine Kompetenz zur Überwachung des fließenden Verkehrs habe. Der Hinweis des Polizeipräsidiums, dass die angespannte Verkehrssituation in Knielingen in erster Linie auf ein infrastrukturelles Problem zurückzuführen sei, löste eine erneute Grundsatzdebatte über die Notwendigkeit einer zweiten Rheinbrücke aus, die keine Veränderung bei den altbekannten Positionen im Plenum erkennen ließ. -fis-

 
 

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