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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. Februar 2019

Gemeinderat: Hilfesystem anpassen

AUF NÄCHTLICHER TOUR ist seit Anfang Januar ein Kältebus des DRK mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern an Bord. Foto: DRK

AUF NÄCHTLICHER TOUR ist seit Anfang Januar ein Kältebus des DRK mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern an Bord. Foto: DRK

 

Gemeinderat begrüßt neues DRK-Kältebus-Angebot

Ein Kältebus des DRK mit einem Team aus ehrenamtlichen Mitarbeitern an Bord ergänzt seit Anfang des Jahres das umfangreiche Hilfeangebot der Stadt für obdachlose Menschen.

Sinken die Temperaturen unter Null, geht der Bus von 19 bis 23 Uhr auf Tour und versorgt Bedürftige, die trotz allem den Platz im Freien einer städtischen Unterkunft oder dem Erfrierungsschutz vorziehen, mit Tee und bei Bedarf mit Schlafsäcken, Decken, Kleidung oder Schuhen. Die KULT-Fraktion hatte ebendies per Antrag angeregt, die jüngste Entwicklung war deshalb ganz in ihrem und im Sinne des gesamten Gemeinderats. „Toll, dass wir uns auf freie Träger verlassen können“, lobte Michael Haug für KULT und bat die Verwaltung, dieses Engagement „angemessen und unbürokratisch“ zu unterstützen.

Ein gutes und differenziertes Angebot müsse bedarfsorientiert angepasst werden, regte SPD-Stadträtin Yvette Melchien an, das Karlsruher Hilfesystem „insgesamt“ auf den Prüfstand zu stellen und im Sozialausschuss zu überlegen, wo Veränderungen notwendig sind. Der Kältebus „schließt eine Versorgungslücke“, sah Michael Borner (GRÜNE) ebenso wie Marc Bernhard (AfD) vertieften Gesprächsbedarf. Die ehrenamtliche Initiative sei „fantastisch“, hoffte FDP-Stadtrat Tom Høyem, dass „die Verwaltung recht hat“ und alle Bedürftigen erreicht würden.

Weniger skeptisch waren Thomas Müller (CDU) sowie FÜR Karlsruhe-Stadtrat Friedemann Kalmbach. Grundsätzlich sei Karlsruhe angesichts der unterschiedlichen Obdachlosenszenen „sehr gut aufgestellt“, konnte Kalmbach die Kritik nicht nachvollziehen. „Wir haben Sie immer auf dem Stand gehalten“ erklärte Bürgermeister Martin Lenz mit Blick auf den in zweijährigem Turnus vorgelegten Sachstand des Gesamtkonzepts Wohnungslosenhilfe: „Sie sind der bestinformierte Stadtrat bundesweit.“ -maf-

 
 

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