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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Februar 2019

Artenschutzstiftung: Wanderkorridor für Löwe und Elefant

WANDERKORRIDORE gesichert: Dr. Matthias Reinschmidt, Bürgermeister Daniel Fluhrer, Johannes Kirchgatter und Dr. Clemens Becker besiegelten ein neues Afrika-Projekt mit dem WWF. Foto: Zoo/Deible

WANDERKORRIDORE gesichert: Dr. Matthias Reinschmidt, Bürgermeister Daniel Fluhrer, Johannes Kirchgatter und Dr. Clemens Becker besiegelten ein neues Afrika-Projekt mit dem WWF. Foto: Zoo/Deible

 

Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe fördert neues Projekt in Afrika / Kooperation mit WWF sichert in kenianischer Savanne Schutzgebiet für Wildtierherden

Mit jährlich 50.000 Euro fördert die Artenschutzstiftung des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe künftig ein neues Projekt in Kenia – über fünf Jahre. „Nur zwei Jahre nach der Gründung unserer Stiftung sind wir besonders stolz so etwas leisten zu können“, sagte Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt beim symbolischen Abschluss der Kooperation mit dem World Wide Fund For Nature (WWF).

Das Projekt zielt darauf ab, wichtige Wanderrouten von Wildtieren in Kenia zu erhalten. Denn ein Teil dieser Wege liegt außerhalb von Nationalparks, teilweise in staatlichen oder privaten Schutzgebieten sowie auf bislang von Gemeinden der indigenen Maasai landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Im Rahmen einer staatlichen Landreform werden diese Gemeindeflächen an einzelne Familien verteilt. Zäune, Straßen, Häuser und eine Intensivierung der Landwirtschaft sind zu erwarten, die die Wanderwege der Tiere stören. Schon seit einigen Jahren unterstützt der WWF deshalb dabei, sogenannte Gemeindeschutzgebiete einzurichten. Nun müssen dringend weitere Gemeinden ins Boot geholt werden, um die Zerstörung und Zerschneidung der Lebensräume zu verhindern.

Die Projektpartner schließen dabei Pacht- und Kooperationsverträge mit den Maasai ab – Zäune und Gebäude werden daraufhin entfernt. „Wir wollen, dass Mensch und Tier koexistieren können wie schon Jahrhunderte zuvor“, erläuterte Johannes Kirchgatter, Leiter der Afrika-Projekte des WWF. Profitieren werden hiervon Elefanten, Löwen, Antilopen sowie viele weitere, oft sehr stark bedrohte Tiere.

Gemeinsam wollen WWF und Artenschutzstiftung deshalb mindestens 500 Hektar Lebensraum in einem zentralen Wanderkorridor der Tiere schrittweise in die Schutzgebiete überführen. Die ersten 100 Hektar stehen bereits dieses Jahr auf dem Plan. Darunter befinden sich etwa Hügelketten, die als „Kreißsaal der Elefanten“ und Rückzugsort vieler Tierarten, vor allem in der Trockenzeit, bekannt sind. Viele Flächen sind erodiert und müssen renaturiert werden. Ranger sollen in den Schutzgebieten Wilderei unterbinden. Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe fördert weltweit Projekte, die dem Erhalt der biologischen Vielfalt dienen. -bea-

 
 

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