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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Februar 2019

Stimmen aus dem Gemeinderat: GRÜNE: Elternbeiträge für Kitas sozial gerecht gestalten

Renate Rastätter, GRÜNE-Stadträtin

Renate Rastätter, GRÜNE-Stadträtin

 

Kinder kommen mit unterschiedlichen Entwicklungs- und Lernvoraussetzungen in die Kindertagesstätten. Oft haben Kinder aus armen oder problembelasteten Familien geringere Bildungschancen als diejenigen, die aus einkommensstarken und bildungsorientierten Elternhäusern kommen.

Bei Kindern aus zugewanderten Familien mangelt es häufig an ausreichenden Deutschkenntnissen, weil ihre Eltern selbst noch Deutsch lernen. Die Kindertagesstätten stehen vor der großen Herausforderung, allen Kindern unabhängig von ihrer Herkunft die bestmögliche Förderung zu bieten. Wir Grüne wollen die Kitas stärken, damit sie diese anspruchsvolle Aufgabe gut bewältigen können. Wir setzen uns deshalb für eine systematische Qualitätsverbesserung ein.

Stufenplan für Beitragsfreiheit

Unser Ziel ist außerdem ein Stufenplan für beitragsfreie Kitas. Den Weg dorthin wollen wir sozial gerecht ausgestalten. Das kann durch eine Ausweitung der Beitragsfreiheit auf Eltern mit geringem Einkommen und eine soziale Staffelung der Beiträge nach dem Einkommen der Eltern erreicht werden.

Qualitätsverbesserung und Ausbau

Angesichts der gewaltigen Herausforderungen beim Ausbau und der Gewinnung von Fachpersonal ist es notwendig, die Prioritäten sowohl auf den Ausbau und wie auf die Qualitätsentwicklung zu legen.

In Karlsruhe fehlen rund 1.000 Kitaplätze. Wir brauchen dringend bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung für Erzieher*innen und Leitungspersonal. Nur dadurch wird es möglich sein, den wachsenden Fachkräftemangel zu überwinden. Genauso notwendig sind auch bessere Sprachförderung sowie die Umsetzung der Inklusion für Kinder mit Handicap und besonderen Entwicklungsproblemen. Dazu sind mehr Ressourcen und mehr Fachkräfte nötig.

Faire und gerechte Kitagebühren

Bereits heute gilt Beitragsfreiheit für Eltern mit Karlsruher Pass oder Kinderpass sowie für Empfänger*innen von Wohngeld und andere Sozialleistungen. Zudem gibt es Beitragsfreiheit für Geschwisterkinder. Es ist deshalb ein Gebot der Fairness und Gerechtigkeit, das die Einkommen der Eltern bei der Ausgestaltung der Beiträge berücksichtigt werden. Für uns ist es wichtig, dass diese Beiträge kontinuierlich verringert werden – bis zur Gebührenfreiheit. Wir Grüne begrüßen es, dass auch Land und Bund zusätzliche Mittel für die Qualitätsentwicklung zur Verfügung stellen. So können wir auf dem Weg zur Beitragsfreiheit gleichzeitig die Qualität erhöhen und die Chancengerechtigkeit für alle Kinder verbessern.

Renate Rastätter
GRÜNE-Stadträtin

 
 

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