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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Februar 2019

Stimmen aus dem Gemeinderat: SPD: Es war Zufall – aber es hat zusammengepasst

Gisela Fischer, SPD-Stadträtin

Gisela Fischer, SPD-Stadträtin

 

Die SPD-Fraktion hatte beantragt, gemeinsam mit unserer Partnerstadt Nancy ein Austauschprogramm für Auszubildende beider Städte auf den Weg zu bringen.

Dieser Antrag wurde gerade an dem Tag im Gemeinderat diskutiert, als der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Aachen den im Jahr 1963 geschlossenen Élysée-Vertrag erneuerten. Der als Aussöhnungsvertrag geschlossene Élysée-Vertrag ist in den vielen Jahren seines Bestehens die Grundlage für eine enge deutsch-französische Zusammenarbeit geworden.

Unser Antrag im Gemeinderat macht aber in besonderer Weise deutlich, dass es auf die kleine alltägliche Zusammenarbeit ankommt damit die große Politik wirkt und in welchem großen Zusammenhang auch unsere vielen kleinen Schritte mit unseren französischen Nachbarn stehen. Seit vielen Jahren gibt es im Sommer die Austauschprogramme für Studierende in beiden Städten und zwischen Politik und Verwaltung besteht eine ständig wachsende gute Zusammenarbeit. Und es gibt den Deutsch-Französischen Freundeskreis mit seinem Partnerverein in Nancy, der dieses Jahr im Mai sein 50-jähriges Jubiläum feiert.

Durch diese vielseitigen Kontakte ist ein Netzwerk entstanden, dessen Lebendigkeit erhalten bleiben muss. Gleichzeitig ist die jüngere Generation von der Notwendigkeit der gelebten Partnerschaft mit Frankreich zu überzeugen. Neben Studierenden, Schülerinnen und Schülern sind deshalb auch Auszubildende in den Austausch einzubeziehen. Ein Anfang für einen solchen Austausch könnte mit der großen Zahl von Auszubildenden in der Stadtverwaltung und den städtischen Gesellschaften gemacht werden. Den jüngeren Mitarbeitenden der Stadtverwaltung muss die Möglichkeit geboten werden, Einblick in die Organisation und Arbeitsweise unser Partnerstadt zu erhalten.

Sie erweitern dadurch ihr Wissen und machen wertvolle Erfahrungen für ihre Arbeit. In gleicher Weise kommt die so gewonnene persönliche Kompetenz der Mitarbeitenden der Stadt als Arbeitgeberin zugute, da die wachsende grenzüberschreitende Zusammenarbeit qualifizierte Mitarbeitende braucht. Die Schlüsselkompetenz bei allen Kontakten ist die Sprache. „Lerne die Sprache des Nachbarn“ bleibt die Grundvoraussetzung. In einem ersten Schritt ist es deshalb notwendig, jedem Interessierten kostenlose Sprachkurse anzubieten und die Mitarbeitenden auch aktiv dazu aufzufordern. Unsere direkte Nachbarschaft mit Frankreich eröffnet uns viele Möglichkeiten der vereinfachten Zusammenarbeit in der Ausbildung, im Gesundheitswesen und in der Verwaltung. Auch dies wird in dem erneuerten Élysée-Vertrag besonders hervorgehoben.

Gisela Fischer
SPD-Stadträtin

 
 

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