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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. April 2019

Stuttgarter Straße: Nächster Schritt auf schwierigem Weg

ZUNÄCHST IST JETZT AUFRÄUMEN ANGESAGT:  Die Stadt will in diesem Sommer das Erscheinungsbild südlich der Stuttgarter Straße verbessern und das Gelände mit den Abbruchbauten der Kleingartenanlage ordnen. Foto: Fränkle

ZUNÄCHST IST JETZT AUFRÄUMEN ANGESAGT: Die Stadt will in diesem Sommer das Erscheinungsbild südlich der Stuttgarter Straße verbessern und das Gelände mit den Abbruchbauten der Kleingartenanlage ordnen. Foto: Fränkle

 

Stadt bringt Gelände südlich der Stuttgarter Straße in Ordnung / Über Gesamtentwicklung des Areals soll neuer Gemeinderat im Herbst entscheiden

Das unwirtliche Erscheinungsbild des Areals südlich der Stuttgarter Straße mit aufgegebenen und teilweise abgerissenen Kleingartenanlagen soll bald ein Ende haben. Der Gemeinderat beauftragte jetzt die Verwaltung, das Gebiet in einen geordneten Zustand zu bringen.

Wie es dann mit dem Gelände zwischen Mittelbruchstraße und Zimmerstraße und dessen Entwicklung insgesamt weiter geht, soll im Herbst der am 26. Mai neu gewählte Gemeinderat entscheiden. Die jetzt anstehende Ordnung des Geländes mit einem Kostenrahmen von 7,1 Millionen Euro ist für Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup denn auch nur ein kleines Zwischenziel. Der OB sprach am Dienstag vor dem Plenum von „einem weiteren Schritt in einer komplizierten Gesamtgeschichte“. Gemeint ist damit die geplante Konversion und Neuordnung im Süden und Osten der Stadt.

Bei diesem Großprojekt der Stadtentwicklung soll das Areal an der Stuttgarter Straße künftig die Sportanlagen der ESG Frankonia und des ihr angegliederten TC Grün-Weiß für Fußball, Tennis und Kraftsport zusammenführen sowie neu angelegten Kleingärten Platz bieten. Das bisherige 3,6 Hektar große Gelände der ESG südlich der Durlacher Allee wird dann für Projekte im Rahmen der „Entwicklungsachse Durlacher Allee“ frei, das TC-Areal an der Stuttgarter Straße für die Komplettierung des Stadtparks Südost.

Problem Kampfmittel

Die Umsetzungskosten der nach dem Ergebnis einer Konsensuskonferenz 2013 entstandenen Planung, die 2017 mit 42 Millionen Euro beziffert wurden, schnellten Ende 2018 auf 89 Millionen in die Höhe. Verantwortlich dafür waren neue Erkenntnisse in Sachen Kampfmittel, die deren Beseitigung mit deutlich höheren Kosten belegten.

Die Fläche an der Stuttgarter Straße war im Zweiten Weltkrieg mindestens viermal Ziel großflächiger Bombenangriffe und wurde darüber hinaus zwischen 1940 und 1955 mit Trümmerschutt, der mit eisenhaltigen Störkörpern durchsetzt ist, mit Schlacken und Gaswerksabfällen aufgefüllt. Dies macht ein umfangreiches Abräumen und Durchsieben des Erdreichs notwendig. „Wir haben keine andere Möglichkeit, als den Boden anzufassen“, war sich Mentrup darin mit dem Gemeinderat einig. Dieser beauftragte denn auch unisono die Verwaltung, eine Planung für das Boden- und Kampfmittelmanagement zu erstellen. Ergebnisse dazu soll es nächstes Jahr geben.

Noch in diesem Sommer sollen die Reste der aufgegebenen Kleingärten verschwunden sein, im westlichen Teil der Anlage werden die Eidechsen eingefangen und umgesiedelt, dann dort ab Oktober 2020 die Hütten abgebrochen und die Gehölze gefällt. Über diese Vorhaben und den schwierigen Weg beim Gesamtprojekt wolle die Stadt die Bürgerschaft „nochmals umfassend informieren“, kündigte der OB an und entsprach damit auch entsprechenden Vorstößen aus den Fraktionen.

Alternativen abwägen

Die Neuordnung an der Stuttgarter Straße „stellt uns Jahr um Jahr vor neue Herausforderungen“, sprach sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Tilman Pfannkuch dagegen aus, „rückwärtsgewandte Fragen“ etwa in Sachen Kampfmittel zu stellen. Es gehe jetzt vielmehr darum, „geordnete Verhältnisse herzustellen“, der neue Gemeinderat habe dann die Aufgabe, „sämtliche Alternativen abzuwägen“. Auch SPD-Stadtrat Michael Zeh plädierte dafür, beim Thema Zukunft des Geländes „offen in alle Richtungen zu denken“.

Stadträtin Renate Rastätter (GRÜNE) warb dafür, die Planungen transparent darzustellen und „die Bürgerinnen und Bürger umfassend einzubeziehen“. KULT-Stadtrat Lüppo Cramer unterstrich, die geplante Konversion sei für seine Fraktion nach wie vor „Stand der Dinge“. FDP-Fraktionsvorsitzender Tom Høyem forderte, „mit den Anwohnern zu sprechen“, auch Stadtrat Jürgen Wenzel (Freie Wähler) wollte in Sachen Kommunikation „in die Offensive gehen“. -trö-

 
 

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