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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. April 2019

Gemeinderat: Für minimale Eingriffe in Natur

DIE AUENLANDSCHAFT soll durch ökologische, gesteuerte Flutungen im Polder Bellenkopf/Rappenwört (gelbe Linie) weiter verbessert werden. Foto: RP

DIE AUENLANDSCHAFT soll durch ökologische, gesteuerte Flutungen im Polder Bellenkopf/Rappenwört (gelbe Linie) weiter verbessert werden. Foto: RP

 

Planfeststellungsverfahren für Polder Bellenkopf/Rappenwört / Gemeinderat befürwortete städtische Stellungnahme / Niedrigere Spundwand verlangt

Hinsichtlich des künftigen Polders Bellenkopf/Rappenwört hat der Gemeinderat (GR) mit großen Mehrheiten die schließlich fünf Punkte der ergänzenden Stellungnahme der Stadt im wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren befürwortet.

Ihren zunächst von der SPD mitgetragenen Antrag, die Hermann-Schneider-Allee aufzuständern, zogen die Grünen zurück. Die Stadt fordert das Land als Vorhabenträger auf, alle eingriffsminimierenden Möglichkeiten bei der Höherlegung der Allee auszuschöpfen, etwa durch steilere Böschungen oder Verschwenkungen. Außerdem sollen Straßenbahnen, Autos oder Busse  auf der gleichen Fläche fahren können, bei Damm 25 sollen auf eine baumfreie Zone verzichtet und die Eingriffe in den Wald minimiert werden, Graben 3 zunächst nur als Option vorgesehen, aber noch  nicht realisiert werden bis die Ergebnisse eines Monitorings  vorliegen. Zudem werden die GR-Prüfaufträge vom Mai 2018 hinsichtlich des Wiederkehrintervalls und der Höhe der ökologischen Flutungen als erledigt betrachtet. Zudem solle, wie von den Grünen beantragt, die ursprünglich vier Meter hoch geplante Spundwand nur für kleinere Hochwässer ausgelegt, also niedriger werden.

 In der Diskussion votierte CDU-Fraktionschef Tilman Pfannkuch  für effektiven Hochwasserschutz bei minimalen Eingriffen mittels eines gesteuerten Polders, um die „jetzt minderwertige in eine bessere Auenlandschaft zu überführen“ und  kritisierte die lange Verfahrenslaufzeit. Mehr Flexibilität beim  zuständigen Regierungspräsidium (RP) wünschte sich Dr. Raphael Fechler (SPD), war zuerst für Aufständerung und möglichst geringen Flächenverbrauch. Renate Rastätter (GRÜNE) freute sich, dass Anliegen wie Verschmälerung und steilere Böschungen und die Zurückstellung von Graben 3 nun Konsens seien und begründete wie die Verwaltung den Verzicht auf Aufständerung mit der in dann noch höheren Straße, der Verschattung darunter, der technisch schwierigen Realisierung und fehlender Fluchtmöglichkeiten für Tiere.

Für geringere Eingriffe votierten auch Erik Wohlfeil (KULT) und  Tom Høyem (FDP). Den Verzicht auf die GR-Prüfanträge lehnten Dr. Paul Schmidt (AfD), widersprüchliche Expertenmeinungen beklagend,  und Jürgen Wenzel (FW) ab. OB Dr. Frank Mentrup verwies  auf  die Ziele, über gesteuerte ökologische Flutungen von 80 bis 110 Tagen die  Auenlandschaft zu verändern, Gebäude und Parkplatz zu schützen. -cal-

 
 

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