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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. April 2019

Kombilösung: Für künftigen Kriegsstraßenverkehr

DIE TUNNELDURCHFAHRT AM KARLSTOR ist nun zunächst Geschichte, Bagger brechen den Beton der gesperrten Rampe ab. Um der neuen Kriegsstraße Platz zu machen. Foto: KASIG

DIE TUNNELDURCHFAHRT AM KARLSTOR ist nun zunächst Geschichte, Bagger brechen den Beton der gesperrten Rampe ab. Um der neuen Kriegsstraße Platz zu machen. Foto: KASIG

 

Abbruch am Karlstor, Grubenabdichtung und Tunnelbetonage in mehreren Baufeldern

Beim Umbau der Kriegsstraße für die neue Gleistrasse oben und den darunter liegenden Kraftfahrzeugtunnel geht es an verschiedenen Stellen, gerade für letzteren voran:

So ist seit knapp zwei Wochen alles anders als seit Langem gewohnt am Karlstor: Für die Kombilösung, wegen der seit knapp zwei Wochen gesperrten Unterfahrung der Kreuzung von Kriegs- und Karlstraße, müssen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kraftfahrzeugverkehrs nun ausnahmslos oben entlang. Bis voraussichtlich ab Herbst 2021 der neue Straßentunnel in Betrieb ist.

Im Baufeld W1 sind indes, wie die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) ausführt, die Arbeiten gestartet, die ein Baufeld erst zu einem Baufeld machen: Möglicherweise noch verborgene Kampfmittel werden sondiert, Leitungen verlegt oder getrennt. Alte Infrastruktur wie die Straßenbeleuchtung wird abgebaut, der Asphalt dort geschnitten, wo Schlitz- und Bohrpfahlwände entstehen. In den etwa zwölf Meter tiefen Gruben in O2 rund um den Mendelssohnplatz sowie in W3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor wandern die Sohlen (Böden) und Wände des künftigen Kraftfahrzeugtunnels sowohl ost- als auch westwärts weiter. Unablässig fließt dazu der Beton von oben in die zuvor mit dicken Stahlstäben ausgestatteten einzelnen Abschnitte. Die 40 Meter hohen Hochbaukräne heben mit ihren 60 Meter langen Auslegern tonnenweise Stahl in die Gruben, in denen Arbeiter die einzelnen Stahlstäbe zu einem Geflecht als Bewehrung für den Beton verbinden, der dann in diese gefüllt wird.

In W3 läuft der Sohlenbau seit bald drei Wochen, und dort wird der Pumpversuch vorbereitet: Ende des Monats wollen die Verantwortlichen mit diesem kontrolliert wissen, ob die Grube dank der Weichgelsohlen von unten und dank der in Dichtwände eingestellten Spund- sowie Bohrpfahlwände seitlich gegen eindringendes Grundwasser abgedichtet ist. Stimmt das Ergebnis, gehen Erdaushub und Verankern des Baugrubenverbaus weiter, um danach auch in diesem Bereich den Tunnel herstellen zu können.

Mit O3 wird, während die Sohle in O2 seit Mitte Februar betoniert wird, zwischen Meidingerstraße und Mendelssohnplatz schon das nächste Baufeld darauf vorbereitet, Grube zu werden, in der dann auch der Betonbau für den Straßentunnel erfolgen kann. Voraussetzung dazu, gerade noch auf dem Programm: der Bau von Dicht- und Schlitzwänden sowie das Verlegen einiger Leitungen, die dem dortigen Vorankommen im Weg stehen oder besser gesagt liegen. Gleich nebenan im Baufeld O4 Höhe Kreuzstraße, Staatstheater und Meidingerstraße sind die Kombi-Bauer einen Schritt weiter: Dort läuft bereits der Aushub von Erdreich bis zur ersten Ankerlage, danach folgen das Herstellen der Anker und, um also die Grube vor allem gegen das nahe Grundwasser abzudichten, das Injizieren von Weichgel. Westlich und östlich des Ettlinger Tors in W4 und O5 geht es nicht mehr rund – die Bohrpfahlarbeiten sind beendet. Sodass dort auch noch Aushub, dann schwerpunktmäßig der Abbruch der ehemaligen Straßenunterführung Ettlinger Tor ansteht. Derweil können die nicht mehr benötigten Großbohrgeräte also schon in W1 tätig werden.

Im entstehenden Bahntunnel unter der Kaiserstraße und der Via Triumphalis ist der Gleisbau in die mittlere von insgesamt drei Runden eingebogen: Nach dem Ost-Ast werden nun im West-Ast der Röhre – zwischen Gleisdreieck Marktplatz und Mühlburger Tor – Unterschottermatten geklebt, wird Schotter aufgeschüttet, werden Gleise angeliefert und zunächst auf den seitlichen Notwegen gelagert. Im dritten Quartal des laufenden Jahres folgt dann mit dem Abschnitt zwischen dem Gleisdreieck und der Rampe in der Ettlinger Straße Teil drei. Parallel dazu sind verschiedene Handwerker zugange: In der künftigen unterirdischen Haltestelle Europaplatz ist der Betonwerkstein auf den Bahnsteigoberflächen weitestgehend verlegt, sodass dort die Verkleidung der Wände durchgeführt werden kann. In der U-Station Lammstraße ist diese bereits geschafft, nehmen die Beschäftigten mit Hilfe des gigantischen Raumgerüsts die oberen Wandbereiche und die Decke in Angriff. In der Haltestelle Kronenplatz befindet sich das Raumgerüst noch im Aufbau.

Auf dem Südabzweig vom Marktplatz bis Höhe Augartenstraße haben die Handwerker im Halt Marktplatz mit der Montage der Unter-konstruktion begonnen. In deren Metallschienen werden die Wandplatten aus Betonwerkstein eingehängt. In wechselnden Bereichen sowohl der Tunnelabschnitte als auch der Haltestellen mit ihren vielen Betriebsräumen werden elektrische Leitungen verlegt: ein komplexes Unterfangen. Bahnstrom, Signal- und Steuerungstechnik, Brandschutz, Beleuchtung – alle Leitungen müssen aneinander vorbeikommen, genau dort beginnen und genau dort enden, wo die Planer sie hin haben wollen. Damit, um nur ein Beispiel zu nennen, die zurzeit ebenfalls weiterhin in Montage befindlichen Rolltreppen und Aufzüge später auch einwandfrei funktionieren können. -red-/-mab-

 
 

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