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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. April 2019

KSC: Keine Gefahr für den Aufstieg

AM UNTERBAU für die provisorische Südtribüne wird derzeit gearbeitet. Ob ein Dach drauf kommen muss, steht noch nicht fest. Foto Fränkle

AM UNTERBAU für die provisorische Südtribüne wird derzeit gearbeitet. Ob ein Dach drauf kommen muss, steht noch nicht fest. Foto Fränkle

 

OB fordert KSC-Beschwerde gegen DFL-Auflage im Lizenzierungsverfahren

Am fehlenden Dach der provisorischen Südtribüne im Wildparkstadion werde der Aufstieg des Karlsruher SC nicht scheitern, machte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Rathaus deutlich.

Verärgert war das Stadtoberhaupt nicht über die von der Deutschen Fußballliga (DFL) im Lizenzierungsverfahren erteilte Auflage, wonach alle Tribünenplätze auf der Südtribüne bis zum 1. September 2019 zu überdachen sind, sondern über die Vorgehensweise und „aggressive Hektik des Vereins“, verbunden mit Vorwürfen des KSC-Präsidenten gegenüber dem Gemeinderat. Die Stadträtinnen und Stadträte hätten keineswegs blauäugig auf die Überdachung verzichtet, sondern die Möglichkeit gesehen, 800.000 Euro einzusparen. Zumal das Provisorium nur für zwölf Monate benötigt werde und selbst bei Vollauslastung des Stadions nur jeder vierte Platz „im Freien“ bliebe. Da die Überdachung ohnehin nicht für die Dritte Liga gefordert sei, habe man auf die Ausnahmemöglichkeit im Lizenzierungsverfahren gesetzt, wie sie anderen Stadien auch erteilt wurde.

Da der KSC den Antrag der Stadt trotz Aufforderung nicht zur Kenntnis gegeben habe, zeigte sich Mentrup „nun doppelt erschüttert“, weil er über den DFL-Bescheid am Dienstag seitens des KSC nur kurz vor der Herausgabe einer Pressemitteilung durch den Verein informiert wurde. Damit habe man gegen die bisherige Praxis verstoßen, gemeinsam und abgestimmt Informationen nach Außen zu geben. So könne man nicht miteinander umgehen, beklagte Mentrup ebenso, dass er auch über die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Vermarkter Lagardère erst aus der Presse erfahren habe, nachdem zuvor der KSC noch den Kontakt zur Stadt in Sachen Vermarktung des Stadionnamens herstellte.

Der KSC sei bereits aufgefordert worden, Widerspruch gegen die DFL-Ablehnung einzulegen, zudem wurde Geschäftsführer Becker einbestellt, da der Stadt der vollständige Inhalt des DFL-Bescheides und damit auch die Beurteilung der wirtschaftlichen Seite des KSC nicht bekannt sei. Diese spiele für das gemeinsam vereinbarte Finanzierungsmodell für das Stadion die bedeutendere Rolle. „Wir müssen uns gemeinsam um die Ausnahmegenehmigung bemühen, schließlich könnten die eingesparten Gelder bei dem Projekt selbst an anderer Stelle eingesetzt werden“, betonte Mentrup, der auch persönlich bei der DFL vorstellig werden will.

Sollte der erneute Vorstoß erfolglos bleiben, dann gebe es nochmals die Gelegenheit eine Beschwerde einzulegen, erläuterte Werner Merkel, der Leiter des städtischen Eigenbetriebs Stadion, den Ablauf des Lizenzierungsverfahrens, das bis Ende Juni abgeschlossen werde. Damit notfalls das Dach doch noch rechtzeitig in Auftrag gegeben werden könne, müsste allerdings der Gemeinderat bereits in seiner Sitzung am 14. Mai eine Entscheidung treffen. –fis-

 
 

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