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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Juni 2019

Kultur: Der Architekt Karl Hoffacker starb vor 100 Jahren

KARL HOFFACKER galt als erfolgreicher Museumsmacher Foto: StA

KARL HOFFACKER galt als erfolgreicher Museumsmacher Foto: StA

 

Mit „feinstem“ Geschmack

In einem Presse-Nachruf wurde er als ein Mann „von lauterstem Charakter, und gediegenster Bildung“ bezeichnet, von „feinstem Geschmack“ und bei alledem auch noch mit „praktischer Veranlagung ohne Gleichen“.

Karl Hoffacker leitete seit Herbst 1901 die Kunstgewerbeschule und das Kunstgewerbemuseum. „Fern aller  Reklamemacherei und Servilität“ sei ihm „Sachlichkeit über Alles“ gegangen. Vor 100 Jahren starb er am 26. Mai 1919. Geboren 1856 in Darmstadt, aufgewachsen in Heidelberg, studierte er Architektur und Ingenieurwesen am Karlsruher Polytechnikum. Nach kurzer Zeit im badischen Staatsdienst kam er 1881 für ein Jahr als Assistent an das Berliner Kunstgewerbemuseum. Danach unterrichtete er von 1883 bis 1897 als Lehrer an der dortigen Kunstgewerbeschule. Neben Kirchen und Landhäusern baute er das Künstlerhaus in Berlin und den Krupp-Pavillon für eine Ausstellung in Düsseldorf 1902. Im Jahre 1901 kurz Chef des Kunstgewerbemuseums in Zürich, wurde er im gleichen Jahr  in die badische Residenz berufen. Hier habe man ihm die Mehrung der Karlsruher Sammlung zu verdanken, vor allem durch „die mit grossem Geschick erworbenen und mit feinstem Geschmack eingerichteten, histor. Stylzimmer“ schrieb die Badische Landeszeitung 1916. Einen Namen habe sich Hoffacker aber auch als „eminent praktischer Organisator“ von Ausstellungen erworben.  So richtete er deutsche Abteilungen in Wiener und Berliner Museen ein und ebenso für die Weltausstellungen in Chicago oder Paris.  In Baden errichtete er zudem zwei Denkmäler für Großherzog Friedrich I, entwarf einen Ehrenbürgerbrief für Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und die Ausstattung für einen, im Ersten Weltkrieg zerstörten, als Sehenswürdigkeit gepriesenen Rathaussaal. Nicht mehr vergönnt war es ihm, die  badischen  Kunstgewerbe-, Völkerkunde-, und Antiken-Sammlungen im Schloss nach der Revolution  im neuen badischen Landesmuseum zusammen zu führen. -cal-

 
 

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