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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. August 2019

Bürgerschaftliches Engagement: Wohnung ist Schlüssel zu Gesellschaft

HILFE: Gesundes und frisch zubereitetes Essen bringt Elke Schüßler obdachlosen Menschen auf den Tisch. Foto: Strobel-Heck/AfSta

HILFE: Gesundes und frisch zubereitetes Essen bringt Elke Schüßler obdachlosen Menschen auf den Tisch. Foto: Strobel-Heck/AfSta

 

Bürgermentorin Elke Schüßler engagiert sich im Sozial-Treff 88 / Essen für Wohnungslose

Vor dem Gebäude in der Kriegsstraße 88 wartet geduldig eine kleine Gruppe. Ein Schild informiert, dass dort der Tagestreff „Tür“, eine Beratungsstelle und im Winter ein Erfrierungsschutz untergebracht sind. Das Diakonische Werk hat hier eine Anlaufstelle für wohnungslose Menschen eingerichtet.

Punkt 18 Uhr geht die Tür auf. Eine freundliche Frau bittet die Wartenden, einzutreten. Drinnen werden die Gäste schon erwartet. Auf den Tischen liegen bunte, frisch gebügelte Tischdecken. Sie sind mit Gläsern, Besteck und jahreszeitlich passenden Servietten bestückt. Als alle Platz genommen haben, servieren Ehrenamtliche das Abendessen. Es gibt frisch gebratene Kartoffelwedges, Wurstsalat und eine bunte Salatbeilage, zum Nachtisch Mousse au Chocolat.

„Jeden Montag kochen wir für 50 bis 70 wohnungslose Menschen“, erzählt Elke Schüßler vom Verein Sozial-Treff 88. Den lernte sie während ihrer Ausbildung zur Bürgermentorin kennen. Sie wollte ein Projekt kreieren, um Menschen zu unterstützen, die auf der Straße leben. Einmal in der Woche sollten Wohnungslose Normalität, Wertschätzung und Solidarität erleben und ein besonderes Abendessen wie im Restaurant genießen können. Im Sozial-Treff 88 fand sie begeisterte Mistreiter für ihre Idee.

„Unser Angebot wird sehr gerne angenommen“, erzählt Schüßler. Doch wirklich geholfen wäre den Menschen, wenn sie eine Wohnung finden könnten. „Das ist das eigentliche Problem, der Schlüssel für den Weg zurück in die Gesellschaft“, findet sie. Wer keine Wohnung hat, bekommt auch keine Arbeit und kann am gemeinschaftlichen Leben nicht teilhaben. „Dabei gibt es ein großartiges städtisches Förderprogramm“, findet die Bürgermentorin. Das Programm „Wohnraumakquise durch Kooperation“ der Sozial- und Jugendbehörde bietet Vermietern weitgehende Sicherheiten. Angst vor Mietrückständen oder Renovierungskosten brauchen sie nicht zu haben.

Etwa zehn Ehrenamtliche organisieren und bereiten das Menü zu. Wenn sich das Lokal gegen 20 Uhr leert, räumen sie auf und bringen alles wieder in Ordnung. Mehrere Unternehmen und Privatpersonen unterstützen das Montagsrestaurant durch Spenden oder kostengünstige Einkaufsmöglichkeiten, ohne die der ehrenamtliche Einsatz nicht möglich wäre. Neue Engagierte sind willkommen: nicht nur zum Kochen und Putzen, sondern auch jemand, der Flyer kreiert, Veranstaltungen organisiert, Beiträge für die Homepage liefert – oder eigene Ideen umsetzen will. -RSH-/AfSta

Infos über Engagement

Der Verein Sozial-Treff 88 e. V. besteht seit 20 Jahren und ist gemeinnützig. Er finanziert seine Aktivitäten ausschließlich aus Spenden. Das Diakonische Werk stellt für das Montagsrestaurant seine Räume in der Kriegsstraße 88 zur Verfügung. Weitere Informationen zu Verein und Einrichtungen gibt es auf www.sozialtreff88.wordpress. com oder per E-Mail an sozial-treff88ev@t-online.de.

Spezielle Auskünfte zum städtischen Programm „Wohnraumakquise durch Kooperation“ können per E-Mail (soziale.rendite@sjb.karlsruhe.de) angefordert werden. Über die Ausbildung zur Bürgermentorin beziehungsweise zum Bürgermentoren, auf verschiedenen gesellschaftlichen Feldern vielfältig gebraucht und einsetzbar,  informiert das städtische Büro für Mitwirkung und Engagement im Internet auf www.karlsruhe.de/bme.

 
 

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