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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. August 2019

Carl-Hofer-Schule: Festakt zum Hundertjährigen

DIE CARL-HOFER-SCHULE bestimmt das Lidellplatz-Ambiente. Foto: Fränkle

DIE CARL-HOFER-SCHULE bestimmt das Lidellplatz-Ambiente. Foto: Fränkle

 

„Wir sind kreativ und zeigen das“, diesem Anspruch wurde die Carl-Hofer-Schule (CHS) jüngst beim Festakt zum Hundertjährigen von allen und für alle auf dem Lidellplatz mehr als gerecht. So tauchten plötzlich 100 Carl Hofers auf, verkleidet mit einer gedruckten Maske des 1955 gestorbenen Namensgebers, des expressionistischen, vom nationalsozialistischen Regime verfemten Malers Carl Hofer.

Als dann alle wieder ihr individuelles Gesicht zeigten, war der gratulierende OB Dr. Frank Mentrup erleichtert ob dieser Vielfalt, für die die Schule mit ihren Abteilungen Agrarwirtschaft sowie Druck-, Medien- und Farbtechnik und drittens Berufsvorbereitung, Textiltechnik und Bekleidung, Körperpflege/Frisöre und Technisches Berufskolleg stehe. Ziel der beruflichen Schule müsse sein, für jedes Talent den individuellen Weg zu finden. Und dabei auch über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, etwa bei Aktionen wie dem ehrenamtlichen Haareschneiden Obdachloser in der Vesperkirche, am Festtag für das Sybelcentrum.

Für dieses soziale Engagement, das zu umfassender Bildung gehöre, dankte er sehr. Die Schule ermögliche gute Wege in eine eigene, befriedigende und verantwortliche berufliche Existenz, auch für solche, „die nicht den geraden Weg gefunden haben“. Den festen Glauben an einzig Abitur und Studium gelte es „nach jahrzehntelangem Kampf in Deutschland komplett zu relativieren, Ziel kann nicht ein akademischer Abschluss sein, mit dem man nichts anfangen kann“. Die CHS als auch nach außen verankerter Kosmos habe bei Industrie und Handel einen guten Ruf. Die gewerblich-technische Ausbildung im dualen System gebe es bereits seit 1834, erste Fachschulen entstanden Ende des 19. Jahrhunderts.

Über das zunächst als Lazarett zweckentfremdete und erst am 22. Januar 1919 als städtische Gewerbeschule eröffnete Gebäude, in dem inzwischen 35 000 Menschen ausgebildet wurden, verwies Schulpräsidentin Anja Bauer auf das so wichtige Engagement für den Frieden. Künftige Herausforderungen wie die Digitalisierung und die „noch größere Herausforderung des demografischen Wandels mit Jugendlichen, von denen ein Drittel Migrationshintergrund hat“, nehme die CHS an. Sie habe „gute Konzepte zur Förderung der jungen Menschen“. Symbolisch dafür stehe die Pflanzung eines Baums im Schulhof.

Schließlich wünschte sich die hundert Jahre alte Dame CHS via Schulleiter Joachim Spatz für die Betreuung der 750 Rechner und Systeme externe Fachleute zur Entlastung Lehrkräfte, die verdiente Anerkennung für die berufliche Bildung als wesentlichen Garant für Wohlstand und ein weiterhin gutes Miteinander, um weiter voranzukommen.

Nachdem die besten aktuellen Absolventen ihre Preise bekommen hatten, zeigten Azubis des Schneider-und Frisör- und Körperpflegehandwerks eine opulente Modenschau, bevor es für alle zu den vielen Mitmachaktionen, etwa in der Metallwerkstatt, beim Digitaldruck oder im Kreativgarten ging. -cal-

 
 

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