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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. August 2019

Nahverkehr: Für zukunftsweisende Direktvergabe

UNTERZEICHNET hat auch OB Mentrup (2.v.l.), um als „Gruppe von Behörden“ Verkehrsleistungen direkt an AVG und VBK (hinten deren Geschäftsführer Ascan Egerer und Dr. Pischon, v.l.) zu vergeben. Foto: Fränkle

UNTERZEICHNET hat auch OB Mentrup (2.v.l.), um als „Gruppe von Behörden“ Verkehrsleistungen direkt an AVG und VBK (hinten deren Geschäftsführer Ascan Egerer und Dr. Pischon, v.l.) zu vergeben. Foto: Fränkle

 

„Gruppe von Behörden“ soll „Karlsruher Modell“ bewahren und weiterentwickeln / Aufgabenträger haben Weichen im Sinne des regionalen Nahverkehrsangebots gestellt

Am Dienstag vollzogen Stadt und Kreis Karlsruhe sowie Baden-Württemberg, Kreis Germersheim, Stadt Heilbronn und der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd einen weiteren wichtigen Schritt zum Erhalt des Zweisystem-Stadtbahnmodells. Im Rathaus am Marktplatz unterzeichneten die Akteure eine Vereinbarung zur Bildung einer „Gruppe von Behörden“, der sie damit angehören.

Voraussetzung für eine angestrebte und mit EU-Recht konforme Direktvergabe der Verkehrsleistung an Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) – beide erbringen gemeinsam seit 1992 das eng verzahnte ÖPNV-Angebot.

„Wir wollen das erfolgreiche ‚Karlsruher Modell‘ sichern und zukunftsfähig weiterentwickeln. Der heutige Vertragsabschluss stellt einen Meilenstein auf dem Weg zur Direktvergabe dar“, machte Karlsruhes OB Dr. Frank Mentrup deutlich. Zur „Erfolgsgeschichte“, die Streckenlänge wuchs von 30 auf 600 Kilometer, betonte er: „Ein leistungsstarker öffentlicher Nahverkehr bildet das Rückgrat unserer urbanen Mobilität.

Das ‚Karlsruher Modell‘, das weltweit Maßstäbe gesetzt hat, trägt entscheidend zur hohen Lebensqualität in unserer Stadt und unserer Region bei.“ Rund 170 Millionen Fahrgäste pro Jahr nutzen das umweltfreundliche Angebot zwischen Heilbronn, Wörth und Baden-Baden. Das „Karlsruher Modell“ lässt die Systemgrenzen von Eisen- und Straßenbahn überwinden, umsteigefrei sind City und viele Ziele im Umland erreichbar.

Die Verträge für die Erbringung der Verkehrsleistung durch AVG und VBK (hundertprozentige Töchter der Stadt Karlsruhe) laufen aus, die Direktvergabe an VBK für 22,5 Jahre ab Dezember 2022 und AVG (für Netz 7 a, nicht 7 b) bis mindestens 2035 soll folgen. Bereits im Juli 2017 hatten sich die Stadt Karlsruhe und das Land über ein Eckpunktepapier zukunftsweisend geeinigt, die umsteigefreie Innenstadtanbindung zu erhalten, wo sie für Fahrgäste vorteilhaft ist. Die Strecken sollen direkt an die AVG vergeben werden.

Diesen März stimmte der Gemeinderat zu. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von AVG und VBK, Dr. Alexander Pischon, begrüßte die Vereinbarung dieser Woche als „Vertrauensbeweis“ und „gutes Signal“. Das komplexe Verfahren sei nun „in den kommenden Monaten zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen“. -red-/-bw-

 
 

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