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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. August 2019

Stadthalle: Holpriger Weg in die Modernisierung

ZUR MODERNISIERUNG der Stadthalle, die sich zur Mammutaufgabe entwickelte, erklärten Wirtschaftsbürgermeisterin Luczak-Schwarz, Baubürgermeister Fluhrer und das Team um HGW-Leiterin Sick den Stand der Dinge. Foto: Fränkle

ZUR MODERNISIERUNG der Stadthalle, die sich zur Mammutaufgabe entwickelte, erklärten Wirtschaftsbürgermeisterin Luczak-Schwarz, Baubürgermeister Fluhrer und das Team um HGW-Leiterin Sick den Stand der Dinge. Foto: Fränkle

 

Komplexes Bauprojekt Stadthalle benötigt viel Steuerungsaufwand / Weitere Verzögerungen / Intensive Bauphase erst nach Freigabe der Gesamtplanung

„Wir sind noch nicht über den Berg“, weiß Baudezernent Daniel Fluhrer. Zusammen mit Erster Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz und dem Stadthallen-Team um die Leiterin des Amts für Hochbau- und Gebäudewirtschaft (HGW), Anne Sick, informierte er vorige Woche zur Stadthallen-Modernisierung.

Viel Energie und Personal steckt die Stadt aktuell in die gebäudetechnische Gesamtplanung sowie Projektsteuerung. Denn die technische Komplexität und das Bauen im Bestand, das bei der Stadthalle mit besonders vielen Fallstricken einhergeht, bescheren dem Großprojekt einen sehr holprigen Weg.

Erst wenn der „Stadthallen-Knäuel“ komplett entwirrt ist – sprich: eine vom TÜV freigegebene Gesamtplanung vorliegt (aktuell fehlt etwa die Freigabe für die Sprinkleranlage) – , sei eine intensive Bauphase möglich. Diese wiederum ist Voraussetzung für seriöse Aussagen zu Zeit und Kosten, informierte Luczak-Schwarz. Der prognostizierte Fertigstellungszeitraum Ende 2021 sei definitiv nicht zu halten. Das bremse bedauerlicherweise die Wachstumsstrategie des Kongressstandorts. Denn große Kongresse, die nicht in der Garten-, Schwarzwaldhalle oder über andere Alternativen abgebildet werden können, „ziehen an Karlsruhe vorbei“, bedauerte die EB.

Mitte 2017 schlossen sich die Türen der Stadthalle als Kongress-Location. Die Komplexität des Projekts rührt daher, dass die Gesamtmaßnahme über mehrere Jahre hinweg gewachsen ist. Zur ursprünglich vorgesehenen „Verschönerungsaktion“ (2012) kam nach der Brandverhütungsschau (2013) ein aufwändiges Brandschutzkonzept hinzu. Die Modernisierung der Säle und eine umfassende Erneuerung der Technik folgten, sodass die Herausforderung 2016 hieß: Ertüchtigung auf allen Ebenen, die Stadthalle soll in hellem Ambiente, mit modernem Lichtkonzept und Leitsystem ein attraktives, kräftiges Zugpferd des Kongressstandorts werden.

Dieses Ziel hat die Stadt weiter vor Augen, auch wenn das Großprojekt immer wieder neu auf Kurs gebracht werden muss. „Wir sind noch nicht soweit, wie wir das wollten“, machte Fluhrer klar, dass die Stadt als Bauherrin mit der aktuellen Situation selbst nicht zufrieden ist. Mit viel eigenem Personal- und Zeiteinsatz, externer Unterstützung bei Projektsteuerung und Controlling des Planungsprozesses räumt die Stadt immer wieder neue Hürden aus dem Weg. Und es dürften, realistisch betrachtet, nicht die letzten gewesen sein, wurde im Mediengespräch deutlich. Weil der Austausch eines Vertragspartners, der unvollständig oder nicht fristgerecht liefert, eine Neuausschreibung und damit einen Zeitverzug von mindestens zwei Jahren zur Folge hätte, ist dies keine Option.

Auch, weil die Stadt sich damit die Möglichkeit nimmt, den Vertragspartner in die finanzielle Pflicht zu nehmen. Daher muss die HGW-Projektleitung mit ihren Fachleuten die Planungen der Fachingenieure eng begleiten und überprüfen. Es sei eine anspruchsvolle Projektorganisation mit besonders vielen Beteiligten, erläutert Sick. So sind im Projekt aktuell 18 Ingenieurbüros und rund 40 Firmen beauftragt.
Ein schwieriger Faktor für die Einbindung der Technik in das Bestandsgebäude ist die Statik, die vor allem in Bezug auf die Tragfähigkeit der Bestandsdecken am Limit ist. Da musste die Überdeckung des Stahls mit Beton dicker ausfallen, Zentimeterschichten, die andernorts fehlen. Da gilt es, Lasten neu zu verteilen.

Oder bei mehrlagiger Installationsdichte auf engstem Raum neue Technikkanäle „einzufädeln“. Auf Grund begrenzter Installationsräume wird auch Volumen verschoben: Die Lüftungsanlagen für den Brahmssaal werden aus den Technikzentralen im Untergeschoss ausgelagert und künftig auf dem Dach untergebracht. Trotz aller Widrigkeiten, die für die Bürgerschaft „sicher schwer nachvollziehbar sind“, so Luczak-Schwarz: „Die Stadthalle ist das Herz des Kongresszentrums.“ Weshalb alle Beteiligten weiterhin mit Hochdruck daran arbeiten, die Gesamtmaßnahme verantwortungsvoll und möglichst schnell zu einem guten Ende zu führen.“ -rie-

 
 

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