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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. September 2019

Sicherheitsaudit: Im Dialog Sicherheitsgefühl verbessern

WOHLFÜHLFAKTOR STADTTEIL: Bis 2020 entsteht ein Konzept, das zur Verbesserung des Sicherheitsempfindens in Oberreut beitragen soll. Foto: Fränkle

WOHLFÜHLFAKTOR STADTTEIL: Bis 2020 entsteht ein Konzept, das zur Verbesserung des Sicherheitsempfindens in Oberreut beitragen soll. Foto: Fränkle

 

Die Furcht vor Kriminalität ist in Karlsruhe leicht gestiegen

Karlsruhe ist im Vergleich zu anderen Großstädten eine sichere Stadt, die Furcht vor Kriminalität in der Bevölkerung dennoch leicht gestiegen. Verbesserungen im Sicherheitsgefühl will die Stadt jetzt mit einmütiger Zustimmung des Hauptausschusses durch Konzepte erreichen, die sie in engem Dialog mit der Bürgerschaft entwickelt.

Nach dem Audit für urbane Sicherheit, mit dem der Gemeinderat im vergangenen Jahr den Heidelberger Kriminalitätsforscher Prof. Dr. Dieter Hermann beauftragte, stieg der Anteil der Menschen, die sich in ihrem Stadtteil unsicher fühlen, zwischen 2014 und  2018 um drei Prozent (bundesweit plus fünf Prozent). Die Ursachen dafür seien „keineswegs hausgemacht, sondern auf nationaler und internationaler Ebene zu finden“, betonte Hermann, als er am Dienstag dem Hauptausschuss die Ergebnisse des Audits vorstellte.

Die Befragung zum Sicherheitsempfinden, die er für die Gesamtstadt sowie in den vom Gemeinderat als Beispielstadtteile bestimmten Quartieren Innenstadt und Oberreut durchführte, nennt dabei Furcht vor politischem Extremismus, Kontrollverlust des Staates und Terrorismus als größte Angstfaktoren. Von der Ausgangslage her befände sich Karlsruhe im Vergleich zu anderen Städten in „einer sehr guten Situation, die aber noch verbesserungsfähig“ sei. Gute Noten hatte der Kriminologe von der Universität Heidelberg auch für die Resonanz auf das Audit. Genau 5.929 der 17.000 angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger hatten sich an der Befragung beteiligt. Hermann: „ein hervorragender Wert“.

Die Teilnehmer bewerten die Lebensqualität in Karlsruhe insgesamt als gut, im jeweiligen Wohngebiet allerdings noch deutlich besser als in der Gesamtstadt. Vordringliche Probleme sind der Straßenverkehr sowie Schmutz und Müll. In den Höhenstadtteilen Hohenwetters-bach und Palmbach fühlen sich die Menschen am wohlsten, in der Innenstadt und in Oberreut ist der Wohlfühlfaktor deutlich geringer.  Defizite im Sicherheitsempfinden rufen in Oberreut laut Audit vor allem Schmutz und Müll, Asylsuchende, Betrunkene und Falschparker hervor. Ein weiteres Problemfeld sind Personen, die mit Aggression, Gewalt und frauenfeindlichen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Diese Personengruppe ist neben Betrunkenen und „Horden“ von Jugendlichen auch großer Störfaktor beim Sicherheits-empfinden in der Innenstadt. Das zweite Problemfeld betrifft den Mangel an Sauberkeit und Grünflächen sowie den Straßenverkehr. Beide Felder sind lokal eindeutig am Europaplatz sowie um Kronenplatz und Berliner Platz verortet.

Als Mittel, um „die Furcht auslösenden Faktoren zu verringern“, sieht Hermann Maßnahmen wie Selbstbehauptungskurse für Frauen, die Förderung von Zivilcourage, Programme zum Abbau gewalttätigen Männlichkeitswahns, aber auch die Verschönerung des Stadtbilds.

Nach einstimmigem Votum im Ausschuss erarbeitet die Stadt auf Grundlage der Befragungsergebnisse  im nächsten Schritt bis zum nächsten Sommer in engem Dialog mit  Bürgerschaft und  Gewerbetreibenden Sicherheitskonzepte für die Innenstadt und für Oberreut.

Beteiligung am Sicherheitskonzept

Interessierte haben ab sofort die Möglichkeit, sich am Sicherheitskonzept für die Innenstadt zu beteiligen. Sie können auf dem Online-Beteiligungsportal der Stadt  (www.karlsruhe.de/beteiligung) auf einer Karte der Innenstadt Orte markieren, an denen sie sich unsicher fühlen und Maßnahmen zur Abhilfe benennen. Darüber hinaus gibt es Sicherheitsspaziergänge durch die Innenstadt (Termine werden noch bekanntgegeben), bei denen Bürgerinnen und Bürger mit Vertretern von Behörden über unsichere Räume diskutieren können.

Ein Sicherheitsspaziergang findet auch in Oberreut statt. Der ist am Samstag, 12. Oktober, im Rahmen des Stadtteilforums „Oberreut gemeinsam gestalten“, das um 11 Uhr in der Weißen Rose, Otto-Wels-Straße 31, beginnt Weitere Infos dazu finden sich ebenfalls auf www.karlsruhe.de/beteiligung. -trö-

 
 

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