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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Oktober 2019

Stadionneubau: Landgericht verhindert Baustopp beim neuen Stadion

ZUFRIEDEN: OB Dr. Frank Mentrup nach dem Gerichtsentscheid. Foto: Fränkle

ZUFRIEDEN: OB Dr. Frank Mentrup nach dem Gerichtsentscheid. Foto: Fränkle

KEINE VERZÖGERUNGEN: Der Kammerspruch des Landgerichts vom Freitag hat keinerlei Auswirkungen auf den geplanten Fortgang beim Neubau des Fußballstadions im Wildpark. Foto: Fränkle

KEINE VERZÖGERUNGEN: Der Kammerspruch des Landgerichts vom Freitag hat keinerlei Auswirkungen auf den geplanten Fortgang beim Neubau des Fußballstadions im Wildpark. Foto: Fränkle

 

OB Mentrup: Verfahren hat unnötig Zeit und Geld gekostet

Ein drohender Baustopp beim Bau des neuen Fußballstadions im Wildpark ist vom Tisch. Den verhinderte das Landgericht am vergangenen Freitag mit seiner Entscheidung über die vier einstweiligen Verfügungen, die der KSC gegen die Stadt beantragt hatte.

„Mit dem Urteil zu 70 bis 80 Prozent zufrieden“ zeigte sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup gegenüber den Medien auf einer Pressekonferenz gleich nach dem Entscheid. Der KSC konnte sich vor Gericht zwar bei drei der vier Verfügungen durchsetzen, der Wirkungstreffer blieb ihm jedoch versagt. Der „Big Point“ ging an die Stadt: Die Kammer bestätigte die klare Rollenverteilung beim Stadionbau mit der Stadt als Bauherrin und dem Verein als künftigem Pächter. Mentrup: „ein Hauptknackpunkt“. Insofern kam der KSC auch mit seiner Forderung auf Wegfall der im insgesamt 2.000 Quadratmeter großen Hospitality-Bereich der Haupttribüne vorgesehenen 48 Stützen nicht durch. Im anderen Fall hätte dies eine erhebliche Umplanung mit nicht abschätzbaren Kosten und Zeitverzögerungen bedeutet und damit letztlich, so der OB, „das Projekt zum Scheitern bringen können“.

ROTE LINIE GILT WEITER
Die Forderungen nach umfassenderer Information zu den Verträgen zwischen der Stadt und dem mit dem Bau beauftragten  Generalunternehmer sowie die Umsetzung der KSC-Wünsche bei der Kiosk-Planung, bei der sich der Verein bei Gericht durchgesetzt hatte, „sind gegenüber dem Thema Stützen von untergeordneter Bedeutung“ machte Mentrup unmissverständlich klar. Sicherlich sei die Stadt jetzt verpflichtet, dem KSC Einblick in Teile des Vertrags mit dem Bauunternehmen zu geben, und auch bei der Realisierung des Gastro-Konzepts des Vereins gehe es „nicht um Peanuts“. Die vom Verein geforderten Änderungen und Positionen könnten sich unter dem Strich zu erheblichen Summen addieren. Doch grundsätzlich gilt für das Stadtoberhaupt „die rote Linie, die mit der Gemeinderat mit dem Kostendeckel vorgegeben hat“. Das bedeute, Mehrkosten an der einen Stelle müssten mit Einsparungen an anderer aufgefangen werden.

DIALOG AUF AUGENHÖHE   
Insgesamt habe das Gerichtsverfahren „nur unnötig Zeit und Geld gekostet“, sah der OB im Spruch der Kammer in der Gesamtbetrachtung keinerlei Impulse für ein Umsteuern beim Fortgang des Projekts. „Wir können jetzt an der Stelle weitermachen, an der wir vor dem Gerichtstermin aufgehört haben“, betonte Mentrup und appellierte an den KSC, sich wieder an den Tisch zu setzen. Die Stadt wolle mit ihm als Partner „auch in Zukunft den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen und offene Punkte im Dialog auf Augenhöhe abarbeiten“. Ziel bleibe nach wie vor, bis zum Sommer 2022 ein gutes, qualitätsvolles Stadion fertig gestellt zu haben. Dazu müssten beide Partner nach den atmosphärischen Störungen der jüngsten Vergangenheit, so Mentrup, „wieder zu einem konstruktiven Miteinander finden“. -trö-

 
 

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