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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Oktober 2019

Welttag der seelischen Gesundheit: Offenbaren als Beispiel

 

Betroffene schildern Wege aus psychischer Erkrankung

„Anders oder doch krank. Das Leben mit dem ganz normalen Wahnsinn“: Thema des diesjährigen Welttags der seelischen Gesundheit am 10. Oktober. Und dazu Titel der ersten zentralen Veranstaltung des mehrwöchigen Programms der Gemeindepsychiatrischen Verbünde von Stadt und Kreis am Donnerstag, 17. Oktober, ab 18 Uhr, im Rathaus.

Es geht um die Belange psychisch Erkrankter sowie die Chance(n), ihnen beim Erkennen und Genesen zu helfen. „Auch dieses Jahr wurde ein gutes Programm zusammengestellt, um auf dieses wichtige Anliegen hinzuweisen“, erklärte Sozialbürgermeister Martin Lenz jüngst zur Vorstellung. Sein Kreis-Pendant Margit Freund betonte: „Psychische Störungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und das Gewähren von Erwerbsminderungsrenten“.

Bei besagtem Kerntermin wollen sich Betroffene offenbaren, aufklären, Mut machen. Indem sie aufzeigen, „dass die Genesungswege so verschieden sein können, wie die Menschen, die sie gehen“, erläuterte eine von ihnen, Ursula Franz. Schwerpunkt der Redner ist, Beispiel gebend darzulegen, was oder wer wirklich half. Ulrich Fischer: „Ich hatte Glück  in Gestalt Einzelner, die mir beigestanden haben. Und der Sport hat geholfen, dass ich mich wieder aus dem tiefen Loch herausarbeiten konnte.“

Obwohl Volkskrankheit wie Rückenleiden, ist das Enttabuisieren von etwa Depression oder Burn-out gegenüber der Erwartung, sich nicht hängen zu lassen, erst auf dem Weg. Wichtiges Motiv des Programms, das zentral den Präventionstag „Medien. Demokratie. Kompetenz“ am 22. in der Stadthalle Ettlingen sowie Ausstellung und Vortrag „Bunt gemischt, die Vielfalt machts“ bei der Agentur für Arbeit in Karlsruhe am 25. Oktober umfasst. „Mit Hilfe dieser“ und vieler weiterer „Veranstaltungen werden wir der Stigmatisierung von psychisch erkrankten Menschen entgegenwirken und erfahren, was den Menschen aus ihrer Sicht wirklich geholfen hat“, blickte die städtische Psychiatriekoordinatorin, Marion Schuchardt, voraus. „Wir können so auch Bilanz ziehen, welche Angebote in Karlsruhe vorhanden sind und welche vielleicht fehlen.“

Rat, Dates und Stress-Training

„Sag ich’s oder sag ich’s nicht?“: Dem inneren Ringen zur persönlich wie sozial großen Herausforderung Bekenntnis widmet sich am Montag, 7. Oktober, Zentrum für seelische Gesundheit (Stephanienstraße 16), ab 18 Uhr das erste der Angebote zum Welttag der seelischen Gesundheit bis Monatsende in Karlsruhe. Als Mitmach-Aktion gibt es ein Speed-Dating am Mittwoch, 9. Oktober, 17 bis 19.30 Uhr in der Innenstadt (Anmeldung unter Telefon 0721/9743802), ferner Anti-Stress-Training am 14. und aus eigener Erfahrung genährte Vorträge wie „35 Jahre bipolare Stoffwechselerkrankung“ am 21. Oktober. -red-/-mab-

 
 

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