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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Oktober 2019

Zoologischer Stadtgarten: Salve-Tor in alter Pracht

EIN STÜCK KUNSTGESCHICHTE im Heckengarten. Das Salve-Tor, glänzt nach der Restaurierung wie vor 130 Jahren. Foto: Fränkle

EIN STÜCK KUNSTGESCHICHTE im Heckengarten. Das Salve-Tor, glänzt nach der Restaurierung wie vor 130 Jahren. Foto: Fränkle

 

Nach drei Jahren aufwendiger Restaurierung steht das 1888 erbaute Salve-Tor wieder an seinem angestammten Platz im Heckengarten.

Damit habe der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe nicht nur ein „schönes, strahlendes Tor“ sondern auch „ein Stück deutscher Geschichte“ zurückbekommen, verdeutlichte Bürgermeisterin Bettina Lisbach gegenüber den Medien. Denn mit dem Werk des Kunstschmieds Franz Karl Bühler ist eine wechselhafte Geschichte verbunden. Vieles davon kam erst bei der Wiederherstellung des stark geschädigten Tores durch den Mannheimer Kunstschmiedebetrieb Wilperath wieder zum Vorschein.

Nun ist bekannt, dass das Salve-Tor 1893 auf der Weltausstellung in Chicago ausgestellt wurde und dort den Eingang zur badischen Abteilung zierte. Bühlers Arbeit im Neu-Rokoko-Stil, die Dr. Martin Wenz vom Landesamt für Denkmalpflege als „Meisterstück des damaligen Industriedesigns“ bezeichnet, wurde dort mit einer goldenen Medaille prämiert und noch im gleichen Jahr von der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule in Karlsruhe gekauft. In der Fächerstadt wechselte es häufig den Standort, war seit 1934 dauerhaft im Stadtgarten und seit 1967 an heutiger Stelle zu finden. Bühler ereilte hingegen ein trauriges Schicksal. Den Großteil seines weiteren Lebens verbrachte der Kunstschmied in verschiedenen psychiatrischen Heilanstalten, bis er 1940 als Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie umgebracht wurde. Weitere Infos zum Tor, dessen Geschichte und handwerklichen Details sind in der Abschlussarbeit von Martin Wilperath nachzulesen, die bei „Veröffentlichungen“ auf www.karlsruhe.de/stadtgruen zu finden ist. Finanziert wurde die Restaurierung unter anderem durch ein Vermächtnis von Edith Ehret, die in ihrem Testament den Stadtgarten bedachte. -gem-

 
 

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