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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Oktober 2019

Diskussionsabend: Status quo der Inklusion

DISKUSSION: Verena Bentele und Werner Raab. Foto: Knopf

DISKUSSION: Verena Bentele und Werner Raab. Foto: Knopf

 

Weiter Handeln gefragt

Die seit zehn Jahren bestehende UN-Behindertenrechtskonvention war Thema in der Karlsburg. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen und der Sozialverband VdK Kreis Karlsruhe erörterten mit Bürgern und Vertretern von Wohlfahrtsverbänden die aktuelle Lage.

Als Gastrednerin sprach Paralympics-Siegerin und VdK-Präsidentin Deutschland, Verena Bentele. Grußworte kamen von Josefine Schelenz (Beirat für Menschen mit Behinderungen) und Norbert Schmidt (VdK Karlsruhe). Bentele konstatierte, dass die UN-Konvention zwar etliches bewirkt habe, aber es noch viele Probleme für Menschen mit Behinderung gebe. Vor allem in den Köpfen müsse ein Umdenken stattfinden. Bei der von Werner Raab (stellv. VdK-Vorsitzender BW) moderierten Diskussion entspann sich eine lebendige Debatte.

Etliche Themen wurden angesprochen, etwa, dass es oft Unstimmigkeiten gebe, wer zuständig sei – Pflege- oder Krankenkasse. Oder: Wie wirkt sich der angespannte Wohnungsmarkt für Menschen mit Handicap aus? Ein Bürger kritisierte, dass es in den Innenstädten viel zu wenig Behindertentoiletten gebe. Ferner wurde moniert, dass Krankenhäuser oft überfordert seien, wenn Menschen mit Behinderungen dorthin müssten. „Mein Mann ist zu 100 Prozent pflegebedürftig. Im Krankenhaus bekommt er keinen Platz. Das ist unter aller Würde“, sagte eine Frau.

Zu ÖPNV und Barrierefreiheit erklärte Beate von Malottki (stellvertretende Vorsitzende Behindertenbeirat), dass bis 2021 laut VBK 70 Prozent der Haltestellen barrierefrei seien. Allerdings gebe es noch Defizite bei Blindleitsystemen. In der Bahnhofshalle gebe es zwar Leitsysteme. „Aber dafür haben wir elf Jahre gekämpft“. Bis 2022 sollen weitere folgen. Karin Kunschner (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) betonte, dass gerade im Bereich der Assistenz viel getan werden könne, um Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Stadträtin Renate Rastätter, die in Vertretung von OB Mentrup kam, verwies auf Inklusion und Bildung. „Schulen mit inklusiven Lösungen haben gezeigt, dass alle profitieren, wenn Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen.“ Inklusion müsse an Kitas und Schulen beginnen. Rastätter: „Denn nur so gelangt sie in die Herzen und Köpfe“. -voko-

 
 

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