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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Oktober 2019

Gemeinderat: Plenum gedenkt jüdischer NS-Opfer

Internierungslager im südfranzösischen Gurs. Foto: Stadtarchiv

Internierungslager im südfranzösischen Gurs. Foto: Stadtarchiv

 

Die Nationalsozialisten deportierten am 22. Oktober 1940 insgesamt 5.600 Juden aus Baden sowie 900 aus der Pfalz und dem Saarland ins Internierungslager im südfranzösischen Gurs.

Auf seiner Sitzung am Dienstag, die auf den 79. Jahrestag der Verschleppung fiel, gedachte der Gemeinderat der jüdischen NS-Opfer, aber auch der Menschen, die beim jüngsten Anschlag in Halle ermordet wurden. Vor den Stadträteinnen und Stadträten, die sich zum Gedenken geschlossen von ihren Plätzen erhoben, erinnerte OB Dr. Frank daran, dass viele der 1940 aus Karlsruhe und anderen Regionen Verschleppten bereits „an den unwürdigen, unmenschlichen Bedingungen“ in Gurs starben. Für die meisten von ihnen war das Lager am Fuße der Pyrenäen aber „die Vorhölle vor Auschwitz“, eine Zwischenstation vor der weiteren Deportation in die Vernichtungslag, in denen fast alle, so der OB, „grausam ermordet wurden“.

Im blutigen Anschlag von Halle am höchsten jüdischen Feiertag, bei dem der Täter vor einigen Tagen in die gut besuchte Synagoge eindringen wollte, erkannte Mentrup „Parallelen zu den NSU-Morden“. Der Einzeltäter habe zahlreiche Gesinnungsgenpossen im Netz gehabt. Für den OB war ebenfalls klar: „Der Anschlag in der Partnerstadt hätte auch bei uns passieren können“. -trö-

 
 

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