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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Oktober 2019

Welttag der seelischen Gesundheit: Anders ganz normal

UM OFFENEN AUSTAUSCH über Erfahrungen mit Krankheit ging es OB Dr. Frank Mentrup (links) und den Betroffenen. Foto: Fränkle

UM OFFENEN AUSTAUSCH über Erfahrungen mit Krankheit ging es OB Dr. Frank Mentrup (links) und den Betroffenen. Foto: Fränkle

 

Betroffene sprechen offen über seelische Gesundheit

Zum „Welttag der seelischen Gesundheit“, der jährlich am 10. Oktober begangen wird, organisierten die Gemeindepsychiatrischen Verbünde (GPV) aus Stadt und Landkreis Karlsruhe sowie die GPV Jugend, gemeinsam eine umfangreiche Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Anders oder doch krank. Das Leben mit dem ganz normalen Wahnsinn“.

Bei einer der zentralen Veranstaltungen gaben psychisch erkrankte Menschen in der vergangenen Woche Einblicke in ihr Leben und berichteten im Rathaus ganz offen und oftmals berührend über ihre Erfahrungen mit Angststörungen, Burnout, Schizophrenie, Essstörungen, Manie oder Depression. Auch thematisierten die mitunter jugendlichen Gäste, wie und wo sie Unterstützung fanden und wie sie es daraufhin geschafft haben, wieder so etwas wie Normalität im Alltag herzustellen. Passend dazu stellten sich im Bürgersaal lokale Organisationen und Institutionen vor, die Betroffenen und deren Angehörigen unkompliziert Hilfe anbieten.

Eröffnet wurde der Abend von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, der sich „völlig beeindruckt von der Fülle und der Vielfalt“ der Besucherinnen und Besucher zeigte. Damit sei laut Stadtoberhaupt bereits ein erstes Ziel erreicht, nämlich seelische Gesundheit öffentlich diskutieren zu können. Am Welttag solle es zudem darum gehen, „Grenzen zu relativieren“, damit die Schubladen „krank und gesund nicht unser Denken lenken“. Er hieß zudem diejenigen willkommen, die sich trauten aus ihrer Biografie zu berichteten und betonte, dass dies nicht nur ein großer Gewinn für sie selbst sei, sondern auch für alle „die davon lernen“ können.  Den Mut der Vortragenden betonte auch die Sozialdezernentin des Landkreises, Margit Freund. Ziel sei es laut Freund, das „Thema psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren“, die psychiatrische Versorgung zu verbessern und vorbeugend zu agieren.

Weitere Veranstaltungen der Reihe sind die Ausstellung „Bunt gemischt, die Vielfalt macht‘s“ am Freitag, 25. Oktober, von 9 bis 12 Uhr in den Räumen der Agentur für Arbeit in der Brauerstraße 10 oder der Kinofilm „Das innere Leuchten“, der am Donnerstag, 31. Oktober, um 19 Uhr in der Kinemathek in der Kaiserpassage 6 gezeigt wird. -gem-

 
 

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