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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. November 2019

E-Roller: Mehr Regelakzeptanz schaffen

E-SCOOTER IN KARLSRUHE IM EINSATZ: Das erste Zwischenfazit von Stadt und Polizei fällt gemischt aus. Nicht alle halten sich an die Regeln – beim Fahren wie beim Abstellen. Foto: Fränkle

E-SCOOTER IN KARLSRUHE IM EINSATZ: Das erste Zwischenfazit von Stadt und Polizei fällt gemischt aus. Nicht alle halten sich an die Regeln – beim Fahren wie beim Abstellen. Foto: Fränkle

 

Stadt und Polizei stehen E-Scootern weiterhin offen gegenüber/Schwerpunktkontrollen

Gut vier Monate seit Rechtskraft der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung und rund fünf Wochen, nachdem der E-Tretroller-Sharing-Dienst VOI in Karlsruhe an den Start ging, haben Stadt und Polizeipräsidium Karlsruhe (PP) ein erstes Zwischenfazit gezogen. Dabei waren sich die Vertretungen von Ordnungs- und Bürgeramt, Stadtplanungsamt sowie PP einig, dass man dem neuen Verkehrsmittel weiterhin offen gegenüber stehe.

Wo immer im Verkehrsraum Änderungen eingeführt werden, müssen Informationsdefizite überwunden werden und sich alle auf das Miteinander einstellen. Die Polizei hat bislang rund 60 Vorfälle mit E-Tretroller-Fahrer im Stadtgebiet registriert. Die Situation ähnelt, etwa was das Abstellen durch die Nutzer angeht, der Anfangssituation des Leih-Rad-System mit ebenfalls flexiblen Standorten. Insofern fällt das erste Fazit auch gemischt aus. Bei der Stadt gibt es vor allem Beschwerden wegen behindernd abgestellter E-Scooter auf Geh- und Radwegen. Ein Knackpunkt ist, dass es hier kaum eine Handhabe gibt, E-Roller sind beim Abstellen Rädern gleichgestellt. Nur bei Verkehrsgefährdung können Stadt und Polizei einschreiten. Auf Missstände durch die Stadt hingewiesen, hat der Betreiber VOI unter anderem in der App die Parkverbotszonen nachgebessert, ein Abmelden des E-Scooters ist nun in diesen Arealen nicht mehr möglich. Gleiches gilt für das rollern Freitag- und Samstagnacht ab 23 Uhr. Viele E-Tretroller-Fahrern seien sich wohl nicht bewusst, so die Polizei, dass sie ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum führen. Manch einer greife offenbar gerade dann zum Roller, wenn er besser die Finger davonließe - etwa nach Alkoholkonsum. E-Scooter dürfen nicht auf Gehwegen und in Fußgängerzonen gefahren werden. Und in verkehrsberuhigten Bereichen gilt Schrittgeschwindigkeit – auch für E-Scooter und Radfahrer. Erforderlich sei, eine höhere Regelakzeptanz herzustellen, sind sich Stadt und Polizei einig. Bei den im November beginnenden Schwerpunktkontrollen will man daher neben dem Radverkehr auch den E-Scooter-Verkehr mit betrachten. Die Stadt verspricht sich weitere Verbesserung, sobald VOI seine Vor-Ort-Infrastruktur für Inspektion und Aufladevorgang ausbauen konnte und sichergestellt ist, dass jeder Roller spätestens alle zwei Tage „einen Boxenstopp“ einlegt. Bei vielen Verleihern sind Roller mit austauschbaren Akkus in der Überlegung. Der für Karlsruhe in den Startlöchern stehende Betreiber „Tier“ kündigte dies im Sinne einer nachhaltigen Mobilität an – und will die geladenen Batterien per Lastenrad zu den Rollern bringen. –rie-

 
 

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