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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. November 2019

Kombilösung: Wichtiger Etappenerfolg beim Umbau der Kriegsstraße

BAHNEN PASSIEREN von Nord nach Süd und umgekehrt seit planmäßiger Freigabe vor einer Woche wieder den Mendelssohnplatz. Foto: Fränkle

BAHNEN PASSIEREN von Nord nach Süd und umgekehrt seit planmäßiger Freigabe vor einer Woche wieder den Mendelssohnplatz. Foto: Fränkle

 

Wieder fester Teil des Gleisnetzes

Wieder mal ist ein Etappenerfolg zur somit immer näher rückenden Realisierung der Kombilösung erreicht: Seit vergangenem Wochenende verkehren Stadt- und Straßenbahnen von Nord nach Süd wie umgekehrt wieder über den Mendelssohnplatz. Alles scheint vertraut – und doch ist auch alles neu.

Der Bahnverkehr war Ende Juli unterbrochen worden, um die beiden provisorisch eingebauten Hilfsbrücken abzubauen, die Tunneldecke zu betonieren, das Ganze dann mit Erdreich zu überschütten und Gleise sowie Weichen einzubauen. Unter der vielfältig wegweisenden Kreuzung ist der künftige Kraftfahrzeugtunnel im Zuge des Umbaus der Kriegsstraße bereits hergestellt. Und oben befindet sich, wie die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) als Bauherrin der Kombilösung ausführt, zumindest der engere Bereich der Kreuzung im Endzustand: Das Gleisviereck ist eingebaut, der Asphalt für Autos, Laster, Zweiräder und so weiter eingebracht – dort wird sich nichts mehr ändern. Die endgültige Gestalt der Kriegsstraße sieht den Kraftfahrzeugtunnel und darüber eine neue Gleistrasse vor. Anschlüsse dazu, um vom Mendelssohnplatz als Nahverkehrsknoten ost- und westwärts in die Kriegsstraße zu gelangen, die Verbindung zu Kappellenstraße und Ludwig-Erhard-Allee herzustellen, müssen noch gebaut werden. Bereits ver-schwunden ist die alte Haltestelle nördlich des Mendelssohnplatzes, dort liegt nun ein Grüngleis.

Ungeachtet dieser ersten erfolgreich absolvierten Zwischenschritte oben geht es unterirdisch unverändert dynamisch zur Sache: Im Baufeld O3 westlich des Mendelssohnplatzes wird Erdreich bis zur ersten Ankerlage ausgehoben. Wo das schon geschehen ist, werden die Anker in der obersten Lage seitlich ins Erdreich getrieben. Ist auch das schon erfolgt, wird an den Stellen die Weichgelsohle hergestellt, die die Grube vor Grundwasser schützt, das von unten eindringen könnte. Ab der Meidinger Straße bis knapp vor die Kreuzung Ettlinger Tor läuft in O4 der Ingenieurbau. Im westlichen Teilbereich des Baufelds allerdings warten die Ingenieure noch das Ergebnis für die Dichtigkeitsprüfung ab: Ist die Grube seitlich und von unten ausreichend geschützt, kann auch dort der Erdaushub unterhalb des Grundwasserspiegels beginnen.

Westlich der Kreuzung Ettlinger Tor, im Richtung Karlstor gelegenen Baufeld W4, ist das Schließen der Lücke zwischen dem bereits bestehenden Kriegsstraßen-Kombi-Bauwerk unter der Kreuzung Ettlinger Tor sowie dem im Rohbau befindlichen Tunnelabschnitt in W3 auf Höhe des Einkaufszentrums bis zur Lammstraße auch schon in Sicht: Nach dem Bohren und Spannen der letzten Anker in der zweiten, untersten Lage beginnt im November auch dort der Ingenieurbau: mit dem Herstellen von Tunnelsohle, -wänden und -decke.
In W3 selbst wird der Tunnelabschnitt immer länger: Von West nach Ost haben die Arbeiter zuletzt täglich Bewehrungen montiert, Schalungen gestellt und betoniert. Der Tunnelrohbau dauert dort voraussichtlich noch bis in das erste Quartal des kommenden Jahres an. Am Karlstor (W1) ging es zuletzt noch um Weichgelsohle sowie das Bohren und Verpressen der ersten Anker in das Erdreich. -red-/-mab-

 
 

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