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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. November 2019

Gurs: Erinnerung bewahren

AUF DEM FRIEDHOF IN GURS: (v.l.) Gemeindevorsitzender Seldner, Dezernent Dr. Käuflein,  die Schüler Muntaha und Jan. Foto: pr

AUF DEM FRIEDHOF IN GURS: (v.l.) Gemeindevorsitzender Seldner, Dezernent Dr. Käuflein, die Schüler Muntaha und Jan. Foto: pr

 

Jährliche Feier auf dem Deportiertenfriedhof von Gurs

Die Erinnerung stand zum 79. Jahrestag der Deportation von 6500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland durch das NS-Regime im Mittelpunkt der Ansprachen zur Gedenkveranstaltung in Gurs.

Als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs wies der Konstanzer Bürgermeister Dr. Andreas Osner in seiner Rede darauf hin, wie wichtig es sei, im Gedenken den Willen zu bekräftigen, keine Gewaltherrschaft mehr zuzulassen.  Die verantwortungsvolle und wahre Beurteilung des damaligen Verbrechens müsse Quelle der Belehrung für die künftigen Generationen sein und diese sensibel machen für alle Formen des Unrechts und des Zurückweichens von Freiheit und Demokratie.

In einer Gedenkminute wurde an den im Jahr 2001 verstorbenen Mannheimer Zeitzeugen Oskar Althausen erinnert, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, sowie an den Karlsruher Zeitzeugen Paul Niedermann, der bis 2017 jahrelang an Gedenkveranstaltungen in Karlsruhe und in Gurs teilnahm. Er starb am 8. Dezember 2018 in Paris. In diesem Jahr gab der Heidelberger Zeitzeuge Hans Flor seine Erlebnisse  auch an die vielen Jugendlichen aus Baden und der Pfalz weiter. Vor allem bei ihnen bedankte sich die Sprecherin der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, Irina Katz, für ihre Teilnahme. Die Konstanzer Jugendlichen betonten die Bedeutung des Aufrechterhaltens der Erinnerung. Für sie zeigte sich der Tag in Gurs als neu erfahrene Schattierung, die das unfassbare Leid noch greifbarer mache. Solidarität zu zeigen, vor allem auch im Hinblick auf den antisemitisch motivierten Anschlag in Halle, mahnte die Generalkonsulin der Bundesrepublik in Bordeaux, Verena Gräfin von Roedern.
An der Veranstaltung nahmen Delegationen aus 16 badischen Städten sowie des Bezirksverbands Pfalz und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden teil. Die Karlsruher Delegation führte  Bürgermeister Dr. Albert Käuflein, der mit dem Leiter des Stadtarchivs, Dr. Ernst Otto Bräunche, sowie den Jugendlichen Muntaha Malek und Jan Fischer vom Bismarck-Gymnasium an der Veranstaltung teilnahm. Die Jüdische Kultusgemeinde Karlsruhe vertrat David Seldner. -red-

 
 

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