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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. November 2019

Hauptausschuss beschließt: Für Hundeführerschein 200 Euro

HUNDEHALTER sind für ihr Tier und sein Verhalten in der Öffentlichkeit verantwortlich. Grundkenntnisse und Tipps für das Zusammenspiel im Alltag vermitteln Lehrgänge zum Hundeführerschein. Foto Fränkle.

HUNDEHALTER sind für ihr Tier und sein Verhalten in der Öffentlichkeit verantwortlich. Grundkenntnisse und Tipps für das Zusammenspiel im Alltag vermitteln Lehrgänge zum Hundeführerschein. Foto Fränkle.

 

Einführung für zunächst zwei Jahre / Nachweis bei Ordnungs- und Bürgeramt vorzulegen

In Karlsruhe können Hundehalter, die eine Hundeführerscheinprüfung abgelegt haben, ab Januar kommenden Jahres einen einmaligen Zuschuss über 200 Euro von der Stadt bekommen.

Dies beschloss der Hauptausschuss am Dienstag mit großer Mehrheit (bei drei Gegenstimmen). Die Regelung soll zunächst einmal für zwei Jahre gelten.

Nachdem in den Jahren 2012 und 2016 Anträge der GRÜNE-Gemeinderatsfraktion gescheitert waren, die Hundesteuer für Besitzer eines Hundeführescheins zu ermäßigen, hatte die KULT-Gemeinderatsfraktion im Mai dieses Jahres einen erneuten Vorstoß in diese Richtung unternommen. Die daraufhin durchgeführte Umfrage bei anderen Kommunen bildete nun die Basis für die vom Gemeinderat an den Hauptausschuss übertragene Entscheidung.

„Von den größeren Städten haben lediglich München, Nürnberg und Mannheim eine Vergünstigungsregelung“ in der Hundesteuersatzung eingeführt, heißt es in der Vorlage der Verwaltung, wobei „die Steuergutschrift praktisch als zusätzliches Geldgeschenk mitgenommen werde“. Dabei verpuffe der eigentliche Lenkungszweck völlig, zusätzliche Personengruppen, dazu gehören insbesondere finanziell schlechter gestellte Menschen, zum Ablegen eines Hundeführerscheins zu animieren. Um so die Fähigkeiten der Hundehalter für den Umgang mit ihren Tieren zu erhöhen und damit Konfliktpotential im öffentlichen Raum zu reduzieren. Gerade aus diesen Gründen hatte das Ordnungsamt bereits in der Vergangenheit aus fachlicher Sicht finanzielle Anreize für das Ablegen von Hundeführerscheinen befürwortet.

Unter Hinweis auf die aufwendigere formalistische Abwicklung über die Hundesteuer hatte die Verwaltung nun ein Abweichen von der Praxis der anderen Städte empfohlen und stattdessen ein Belohnungssystem mit einem einmaligen Zuschussbetrag favorisiert, der die Kosten für die freiwillige Teilnahme an Sachkundelehrgängen und Prüfungen würdigt, die bei rund 200 Euro liegen. In der Praxis soll nun jede Person, die den Nachweis der Sachkundeprüfung beim Ordnungs- und Bürgeramt vorlegt, 200 Euro erhalten. Bei jährlich rund 50 „Prüflingen“ käme damit ein jährlicher Aufwand von 10.000 Euro zusammen. Nach der zunächst auf zwei Jahre festgelegten Laufzeit sollen die städtischen Gremien über die Inanspruchnahme und angedachte Lenkungswirkung neu entscheiden. -fis-

 
 

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