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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. November 2019

Kombilösung: Abzüge und Leitungen

ERDUNGSWINKEL werden im Bahntunnel unter der Kaiserstraße als Teil des Innenausbaus in die Kabelschächte geschweißt. Foto: KASIG

ERDUNGSWINKEL werden im Bahntunnel unter der Kaiserstraße als Teil des Innenausbaus in die Kabelschächte geschweißt. Foto: KASIG

 

Für den Bahntunnel arbeiten Handwerker auf allen Ebenen

Ob es um Elektrik oder Elektronik geht, um Bodenbeläge oder Wandgestaltung, ob Brandschutz oder Schallschutz: In den sieben künftigen unterirdischen Haltestellen der Kombilösung arbeiten Handwerker beim Innenausbau des Bahntunnels unter Kaiserstraße und Via Triumphalis auf allen Ebenen.

Oberirdisch, erklärt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) als Bauherrin der Kombilösung, ist das nur gelegentlich an neben den Treppenabgängen parkenden Handwerkerautos sichtbar und an den Rampeneingängen. Wenn dort Baumaterial auf einen Pritschenwagen verladen wird, der dann mit Hilfe eines Zwei-Wege-Baggers zu seinem Ziel in einer der Haltestellen fährt. Unten sind Bohrmaschinen und Akkuschrauber permanent im Einsatz: Die für die Bahnen und ihre Stromversorgung benötigten Gleichrichterstationen werden zurzeit in der Haltestelle Europaplatz eingebaut, insgesamt drei (zusätzlich noch am Gleisdreieck unter dem Marktplatz und am Halt Durlacher Tor) wird es am Ende geben.

Für die Befestigung der Fahrleitungen werden im Gleisdreieck sowie in den Stationen Kronenplatz und Durlacher Tor die Bohrungen angezeichnet – in Nachtschicht, da tagsüber der Materialtransport über die Gleise abgewickelt wird. Der Entrauchung gilt das Augenmerk der Handwerker bei Europaplatz und Lammstraße: Während die Montage der Rauch-Wärme-Abzüge, großer, sich im Brandfall nach oben öffnender Klappen, am Europaplatz oben abgeschlossen ist, montieren Handwerker unter der Haltestellendecke die Verkleidung für die im Deckel montierten Lüfter. Im Bereich des Halts Lammstraße werden Klappen und Innenleben von oben in die Haltestellendecke eingebracht.

Damit die Anlagen funktionieren, werden Kabel benötigt: Monteure, die Leitungen für die Zugsicherung und den Funkverkehr von Polizei und Rettungskräften einziehen, sind in nahezu allen Haltestellen und Tunnelabschnitten zu finden. Ebenso gut vertreten sind Elektriker, die die elektrischen Anlagen in den Betriebsräumen der Stationen installieren. Für das Aussehen der Haltestellen zuständig sind Boden- Fachleute, bei Europaplatz und Ettlinger Tor zu finden: Sie belegen die Treppenabgänge mit Stufen aus Terrazzo oder gießen den Terrazzo-Boden auf den vom Rohbau hinterlassenen Beton der Zwischenebenen.

Nach Einbringen und Aushärten des Materials wird die Oberfläche maschinell abgeschliffen, damit die in die Terrazzo-Masse eingearbeiteten Steine zur Geltung kommen und der Boden eine glatte, reinigungsfreundliche, keineswegs aber rutschige Oberfläche erhält. Beim zweiten Teilprojekt der Kombilösung für den neuen Kraftfahrzeugtunnel und die darüber platzierte neue Gleistrasse in der Kriegsstraße geben indes noch Beton und Stahl, im Vorfeld des Ingenieurbaus auch Bagger, Laster, Ankerbohrgeräte den Takt vor. -red-/-mab-

 
 

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