Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. November 2019

Stimmen aus dem Gemeinderat: FDP: Wildtierverbot in Karlsruhe - und wie weiter?

Thomas H. Hock, Stadtrat FDP-Fraktion

Thomas H. Hock, Stadtrat FDP-Fraktion

 

Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung das Wildtierverbot für Zirkusse in Karlsruhe beschlossen. Dies voreilig und unüberlegt, da es der Bund noch nicht höchstrichterlich entschieden hat.

Dem Wildtierverbot steht unter anderem die Freiheit der Berufsausübung gegenüber. Ein noch stärkeres Argument ist die Frage nach dem so wichtigen Tierwohl. Diese wurde von allen zustimmenden Parteien völlig außer Acht gelassen. Was soll eigentlich mit den Wildtieren geschehen, wenn Sie nicht mehr von den Zirkussen gebraucht werden? Denn Zirkustiere werden in Zoos sicherlich nicht gerne aufgenommen. Wer hat dort schon die Zeit, sich den ganzen Tag mit den Tieren, die das tägliche Training gewohnt sind, zu beschäftigen.

Auf diese Fragen wurden uns keine Antworten gegeben, und mit diesem voreiligen Beschluss hat die Stadt Karlsruhe sich ein nicht unerhebliches Prozessrisiko ins Haus geholt. Andere große Städte wurden mit einstweiligem Rechtsschutz verpflichtet, ihre städtischen Flächen zur Verfügung zu stellen. Dies wird nach meiner Einschätzung in Karlsruhe genauso laufen. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen, auch ich gehe gerne in den Zirkus ohne Tiere.

Aber, ich habe mich nicht dazu hinreißen lassen, in Abrede zu stellen, dass viele große Zirkusse ihre Tiere nicht artgerecht unterbringen. Alle, die jetzt von einem großen, überfälligen Beschluss sprachen, sollen sich schon jetzt einmal Gedanken machen, wie sie die Zirkustiere in Zukunft unterbringen möchten. Das gehört zur Wahrheit bei diesem Thema auch dazu.

Thomas H. Hock
Stadtrat FDP-Fraktion

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe