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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. November 2019

UNESCO Creative Cities Network: Karlsruhe ist erste deutsche Stadt in der Kategorie Medienkunst

AUF DEN ERFOLG für Karlsruhe als Medienkunst-Standort und seine kreativ Schaffenden stießen (vorne v. l.) BM Käuflein, OB Mentrup und ZKM-Vorstand Weibel und viele weitere Akteure an. Foto: Fränkle

AUF DEN ERFOLG für Karlsruhe als Medienkunst-Standort und seine kreativ Schaffenden stießen (vorne v. l.) BM Käuflein, OB Mentrup und ZKM-Vorstand Weibel und viele weitere Akteure an. Foto: Fränkle

 

„Besondere Potenziale anerkannt“ / Weibel: Champions-League-Niveau

Große Freude in Karlsruhe, das in das globale UNESCO Creative Cities Network aufgenommen wird – als erste deutsche Stadt in der Kategorie Medienkunst. Das gab vorige Woche die UNESCO-Generaldirektion in Paris bekannt.

Als neues Mitglied des Städtenetzwerks tritt Karlsruhe künftig in einen Austausch mit Großstädten aus der ganzen Welt. Die von der UNESCO ausgewählten Mitglieder des Netzwerks haben Kultur und Kreativität als entscheidenden Teil ihrer eigenen Identität und eine der zentralen Stützen einer nachhaltigen Zukunftsstrategie erkannt. Für den mehr als einjährigen Bewerbungsprozess hatten insgesamt rund 40 Institutionen aus Kultur, Kreativwirtschaft, Forschung, Wissenschaft und der digitalen Open-Source-Szene sowie städtische Gesellschaften und Dienststellen ihre Kräfte gebündelt.

„Das ist ein bedeutender Tag für die Fächerstadt“, erklärte Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. „Mit ihrer Entscheidung erkennt die UNESCO die besonderen Potenziale Karlsruhes als Medienkunst- und Kreativstandort an. Durch die Auszeichnung als UNESCO Creative City of Media Arts schärft Karlsruhe sein Profil als ein führendes Zentrum der universellen Medienkunst, der Digitalwirtschaft und IT-Forschung weiter.“ Mentrup dankte allen Partnern und verwies auf das jüngste Ranking der EU, das Karlsruhe als Nummer zwei der europäischen Städte bis 500.000 Einwohner bei Kultur und Kreativität einstuft. „Die Stadt gewinnt jetzt international noch mehr an Strahlkraft und Aufmerksamkeit.“ Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein ergänzte begeistert: „Jetzt kommt es darauf an, das enorme Potenzial, das die Aufnahme in das Creative Cities Network der Stadt Karlsruhe bietet, voll auszuschöpfen.“

Den unter Federführung des Kulturamts entwickelten Aktionsplan wollen die beteiligten Institutionen in den kommenden vier Jahren in die Tat umsetzen. Lokale Bausteine sind die Präsentation von Medienkunst im öffentlichen Stadtraum, etwa bei den „Schlosslichtspielen“ oder beim neuen Festival „Seasons of Media Arts“, beides vom ZKM kuratiert, sowie die Förderung innovativer, kooperativer und vernetzter Medienkunst-Projekte. Nicht nur für Christiane Riedel, geschäftsführender Vorstand des ZKM, gilt: „Jetzt gehört die Medienkunst zur Stadt Karlsruhe, wie der Fächergrundriss.“ Peter Weibel, künstlerisch-wissenschaftlicher Vorstand des ZKM: „Diese Auszeichnung ist eine globale Anerkennung, dass Karlsruhe immer mehr zu einer Kapitale der Kunst und Kreativität geworden ist.“ Dies zeige, „dass die langjährige Kulturarbeit in Karlsruhe uns in die Champions League der Medienkunst geführt hat.“
Das ZKM wird sein weltweites Kooperationsnetzwerk erweitern und unter anderem sein Ausstellungsformat „Open Codes“ ab 2020 in anderen Creative Cities wie Shanghai, Bilbao oder Seoul präsentieren. Der Aktionsplan soll Kultur- und Kreativwirtschaft als Ideenfabrik und Wachstumsmot weiter ankurbeln, ein neu einzurichtender Fonds die Netzwerkaktivitäten von Kunst- und Medienschaffenden fördern. Mit Partnern aus Ländern des Globalen Südens sind gezielte Kooperationen geplant. Darüber hinaus erwartet OB Mentrup durch das 2004 ins Leben gerufene Creative Cities Network zusätzliche Impulse. Einmal im Jahr tauschen sich Vertreter des Netzwerks, das die sieben kreativen Bereiche Kunsthandwerk und Volkskunst, Design, Film, Gastronomie, Literatur, Medienkunst und Musik vereint, bei einer Konferenz aus, nächstes Jahr im brasilianischen Santos. Es geht um Stadtentwicklungsperspektiven, die Präsentation als „weltoffene Metropole“, betonte Mentrup: „Zusätzlich eröffnen sich neue Perspektiven und Chancen, Karlsruhe zu einem noch lebenswerteren Ort zu machen.“ Neben der Bürgerschaft profitierten die Gäste (#KarlsruheIstMedienkunst / #MedienkunstIstKarlsruhe). -bw-

 
 

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