Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. November 2019

Häusliche Gewalt: Koordinationskreis sichert Hilfekette für Betroffene

MITGLIEDER des Koordinationskreises mit Unterstützern: Bis zu vier Wochen wehen diese Fahnen in der Stadt in mehreren Sprachen. Foto: Fränkle

MITGLIEDER des Koordinationskreises mit Unterstützern: Bis zu vier Wochen wehen diese Fahnen in der Stadt in mehreren Sprachen. Foto: Fränkle

 

Gegen häusliche Gewalt

Jede vierte Frau in Deutschland erfährt in ihrem Leben häusliche Gewalt – seit Jahren steigt die offizielle Zahl der Betroffenen, auch in Karlsruhe. Die Veranstaltung „Nicht mit uns! Gemeinsam gegen Häusliche Gewalt“ am vergangenen Montag sollte deshalb ein Zeichen setzen und Betroffene ermutigen, ihr Schweigen zu brechen. Eingeladen hatten der Koordinationskreis „Häusliche Gewalt überwinden“ und die städtische Gleichstellungsbeauftragte Verena Meister.

Im Koordinationskreis sitzen alle engagierten Organisationen und Einrichtungen an einem Tisch. „Wir stellen sicher, dass die Hilfekette funktioniert“, erläuterte Meister. Mit dabei und meist an vorderster Front ist etwa die Polizei. Die Beamten wurden 2018 zu 585 Einsätzen von Fällen häuslicher Gewalt gegen Frauen gerufen und verzeichneten somit eine Steigerung von beinahe 45 Prozent. „Die steigenden Zahlen erklären wir uns vor allem durch ein Aufbrechen des Tabus, über häusliche Gewalt zu sprechen“, so Meister. Der Beratungsbedarf sei enorm gestiegen. Auch habe die Polizei ihre Einsatzkräfte in den vergangenen Jahren stärker sensibilisiert, sei sowohl in der Präventionsarbeit als auch in der Aufklärung sehr gut aufgestellt. Eine wichtige Rolle spiele neben den sozialen Anlaufstellen und Hilfsangeboten das Ordnungsamt, das etwa von der Polizei ausgesprochene Wohnungsverweise verlängern kann. Den Stein ins Rollen bringt zudem oft das Krankenhaus, in dem Betroffene zur Behandlung landen. Wer Unterstützung sucht, kann sich rund um die Uhr unter 08000/ 116016 beim Hilfetelefon melden. Dort gibt es auch Dolmetscher. Auf Wunsch vermitteln erfahrene Fachkräfte nahe Hilfsangebote. -bea-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe