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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Dezember 2019

Internationalisierungsstrategie mit Akteuren der Stadtgesellschaft: Wege zur künftigen Vernetzung

IM GESPRÄCH: Rüstü Aslandur (Deutschsprachiger Muslimkreis, l.) erörtert mit OB Mentrup (r.) ein Modell eines Hauses der Begegnung für religiöse und nicht-religiöse Menschen. Foto: Knopf

IM GESPRÄCH: Rüstü Aslandur (Deutschsprachiger Muslimkreis, l.) erörtert mit OB Mentrup (r.) ein Modell eines Hauses der Begegnung für religiöse und nicht-religiöse Menschen. Foto: Knopf

 

Ideen von Welcome-Center über Lotsen für Behördengänge bis zu Info-Apps für Zugezogene

Zu einem Update der internationalen Strategie Karlsruhes trafen sich kürzlich Akteure der Stadtgesellschaft im Tollhaus. In verschiedenen Workshops unter den Stichwörtern Teilhabe, Engagement, Bildung, Arbeitswelten, Quartier und Freizeit loteten sie einen ganzen Tag lang Rahmenbedingungen aus, wie die Fächerstadt im Jahr 2030 international bestens aufgestellt und vernetzt sein, auf neue Herausforderungen reagieren kann.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Kirche, Internationaler Bund, Deutschsprachiger Muslimkreis, Amnesty International, Eurodistrict PAMINA, Netzwerk Eine Welt und etliche weitere Akteure sowie diverse Stadträte nahmen teil. In der Gruppe „Freizeit“ wurden beispielsweise ein Ort der Begegnung, ein Multi-Kulti-Café, ein halbjähriges Fest für Neuankömmlinge oder ein Welcome-Center vorgeschlagen.

Im Bereich Bildung etwa ging es um Vernetzung. So könne man sich vorstellen, dass Mitglieder der Stadtverwaltung oder anderer Einrichtungen bei Institutionen mit internationalem Publikum wie dem KIT hospitieren. Auch ein Haus, in dem sich Religiöse und nicht Religiöse treffen, wurde in einer weiteren Gruppe vorgeschlagen. „Dort könnten ein Raum der Stille, eine Bühne oder eine Bibliothek untergebracht sein. Ein offenes Haus, das Begegnungen und Gespräche ermöglicht“, meinte Rüstü Aslandur (Deutschsprachiger Muslimkreis).

Lotsen für Behördengänge von Hinzugekommenen oder Apps, mit denen Neu-Bürger alle relevanten Infos, die sie für ihren Start benötigen, erhalten, waren ebenfalls im Gespräch. Speziell die Stärkung der Sprachkompetenz (durch ein Haus, das Sprachangebote bündelt) war immer wieder ein Thema. Ebenso die Einrichtung einer gemeinnützigen Arbeitsvermittlung in der Gruppe „Arbeitswelten“. In den Arbeitskreisen bastelten die Teilnehmer schließlich Modelle mit Lego und Knete, von dem, was sie zuvor thematisch erarbeitet hatten. Dies diene der Visualisierung, wie Oliver Will von der Strategiemanufaktur, der die Gesamtleitung innehatte, betonte.

Angetan von den Lösungsansätzen, die auch dem Gemeinderat vorgestellt werden, zeigte sich in der Abschlussrunde OB Dr. Frank Mentrup. Er unterstrich, dass man bereits viele gute Einrichtungen im internationalen Bereich in der Stadt habe, die man ausbauen, weiter vernetzen könne. Bei einem Runden Tisch sollen die Ideen weiter erörtert werden. Mentrup: „Von der gezeigten Kreativität bin ich beeindruckt. Ich bedanke mich für Ihr Engagement. Entscheidend ist, dass hier Neugier und keine Ängstlichkeit vorherrscht.“ Wichtig sei ferner, dafür zu sorgen, dass Hinzugezogene schnell in persönlichen Kontakt mit der Stadtgesellschaft kommen. -voko-

 
 

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