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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. Dezember 2019

Gemeinderat: Entscheidungen zur Gestaltung des Marktplatzes

RAUMAUSSTATTUNG: Die Möblierung und die Beschattung des Marktplatzes – ob über Grün, Sonnensegel oder andere Elementen – werden den Gemeinderat weiter beschäftigen. Foto: Fränkle

RAUMAUSSTATTUNG: Die Möblierung und die Beschattung des Marktplatzes – ob über Grün, Sonnensegel oder andere Elementen – werden den Gemeinderat weiter beschäftigen. Foto: Fränkle

 

Keine Bänke aus Tropenholz / Leuchten mit Doppelausleger in Bronzeton/Baumstandorte: Klärung mit Denkmalpflege

Während die Belagsarbeiten auf dem Marktplatz vorangehen, diskutierte der Gemeinderat im Bürgersaal des Rathauses darüber, wie die „gute Stube“ nun mit Beleuchtung, Grün und Mobiliar eingeräumt werden soll.

Die Stadträtinnen und Stadträte setzten damit die Entscheidungsfindung fort, die mit dem städtebaulichen Wettbewerbsverfahren zur Gestaltung von Marktplatz und Kaiserstraße vor über zehn Jahren begonnen hat. Ein Konzept, das seitdem planerisch mit mehrfacher Rückkopplung in den politischen Raum und auch zur Bürgerschaft weiterentwickelt wurde. GRÜNE, CDU, SPD, FW/FÜR, KAL/Die PARTEI und DIE LINKE. hatten in die aktuelle Debatte mehrere Änderungs- und Ergänzungsanträge eingebracht. Spruchreif war am Dienstag die Beleuchtung.

Eine neue Auswahlrunde ist dagegen beim Bankmodell erforderlich, nachdem das Gremium Bänke aus Tropenholz mit 23 Stimmen (bei 20 Befürwortern) ablehnte. Ob der Denkmalschutz überhaupt fest eingepflanzte Bäume auf dem Kulturdenkmal Marktplatz genehmigt, will die Verwaltung nächstes Jahr mit der Denkmalpflege klären. Bedenken von Seiten des Denkmalschutzes wurden bereits formuliert. Wenn überhaupt, kämen aufgrund der unterirdischen Infrastruktur nur wenige Standorte in Frage.

Auf dem Marktplatz und in der Kaiserstraße werden Mastleuchten aufgestellt – in der Kaiserstraße anstelle der ursprünglich vorgesehenen, aber letztlich nicht umsetzbaren Hängebeleuchtung. Der Gemeinderat votierte mehrheitlich für „Doppelausleger“, also für einen Leuchtenkopf-Zwilling pro Mast. Die Leuchten erhalten eine Anti-Graffiti-Beschichtung und – wie alle anderen Möblierungselemente – einen einheitlichen dunklen Bronzeton. CDU und SPD hatten Glaszylinder favorisiert. Diese seien angemessener für den Ort. Und sie erzeugten eine angenehmere Atmosphäre, begründete etwa SPD-Stadtrat Michel Zeh.

Solange die abschließende denkmalpflegerische Sicht zu fest eingepflanzten Bäumen noch offen ist, setzt der Gemeinderat neben Oleander in Pflanzkübeln auf weiteres, flexibel einsetzbares Grün. Am Dienstag wurden beim Stichwort Grün Nuancen deutlich. Während Stadträtin Rebecca Ansin (KAL/Die PARTEI) die Debatte mit „Kokospalmen fürs Tropenflair der Stadt“ anreicherte, Fraktionskollege Lüppo Cramer wiederum auf dem klassizistischen Marktplatz keine Bäume fest einpflanzen wollte, wünschte sich FW/FÜR innovative Ideen und verwies auf in anderen Städten gesehene Laubengänge. Die Grünen brachten Blühstreifen mit intensiver Begrünung sowie Kräuter- und Staudenarten ins Gespräch.

Zur Bank-Debatte: Die GRÜNE-Fraktion hatte sich – für Andere überraschend – mit Bänken aus Iroko angefreundet. Mit Rückenlehne und unterschiedlicher Sitztiefe spreche sie alle Bevölkerungsgruppen an, sei jedoch aufgrund technischer Kriterien nur mit Tropenholz möglich, so Stadtrat Aljoscha Löffler. Beim Angedachten wisse man mittlerweile, dass das zertifizierte Holz aus einer langjährig bewirtschafteten Plantage stammt. Für Löffler „ein Beispiel für fairen Welthandel“. Zertifiziert nachhaltiges Tropenholz zu importieren, „ist nicht verwerflich“, meinte auch FDP-Stadtrat Tom Høyem.

Auch die AfD wolle diesen Banktyp, so Stadtrat Dr. Paul Schmidt, und sei dafür bereit, Iroko zu akzeptieren. Verwundert zeigte sich CDU-Sprecher Tilman Pfannkuch und mit ihm seine Partei wie auch die SPD über die Kehrtwende der Grünen. Er wolle den Marktplatz nicht mit „Tropenholz einrichten“, führte Pfannkuch für die in der Abstimmung letztlich erfolgreichen Iroko-Gegner (CDU, SPD, KAL/Die PARTEI, FW/FÜR, Teile FDP und Die LINKE) aus. Zusätzlich zu konventionellen Bänken liebäugelt die FW/FÜR-Fraktion mit Photovoltaik-Sitzbänken. –rie-

 
 

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