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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. Dezember 2019

Umwelt: Mehr Licht und Raum für Jungeichen

UMPFLANZAKTION beim Ober-waldsee mit (v.l.) Dirk Vogeley (KEK), Ulrich Kienzler (Forstamt), Kindern der Oberwaldschule, Robert Mürb (Oberrheinische Waldfreunde) und BM Bettina Lisbach. Foto: Knopf

UMPFLANZAKTION beim Ober-waldsee mit (v.l.) Dirk Vogeley (KEK), Ulrich Kienzler (Forstamt), Kindern der Oberwaldschule, Robert Mürb (Oberrheinische Waldfreunde) und BM Bettina Lisbach. Foto: Knopf

 

Pflanzaktion im Oberwald und bei Klimapartner San Miguel de los Bancos

Gleich mehrere Themen standen kürzlich im Oberwald auf der Agen-da. So trafen sich Umweltengagier-te bei einer Baumpflanzaktion des Forstamts, parallel gab es Infos über eine gleichzeitig stattfindende Gemeinschafts-Pflanzaktion in Ecu-ador im Rahmen der Klimapartnerschaft mit der dortigen Kommune San Miguel de los Bancos. Zudem informierte das Gartenbauamt über den Sachstand der Trockenschäden der Bäume im Stadtgebiet nach den jüngsten Dürresommern.

Bei der Pflanzaktion waren 60 Freiwillige, darunter etliche Familien mit Kindern beteiligt. Sie sorgten mit Gummistiefeln und Spaten ausgestattet dafür, junge Eichensämlinge in lichtere Teile des Waldes umzusetzen.

Hintergrund der Aktion: Voriges Jahr trugen die Eichen überdurchschnittlich viele Früchte. Viele bleiben liegen, wenn sie nicht von Wildschweinen gefressen wurden. Aus den Samen entwickelten sich im Folgejahr Unmengen junger Eichen unter den Baumkronen der Alteichen. Unter deren Blattwerk erhalten sie jedoch zu wenig Licht, um überleben zu können. Um ihr genetisches Potenzial dennoch zu nutzen, gruben die Aktiven die Eichensämlinge aus und brachten sie an drei lichtere Waldstandorte. „Die Eiche ist ein wichtiger Habitatbaum und ein zentrales Element des Ökosystems Wald. Wir wünschen uns, dass auch diese Sämlinge zu stattlichen Bäumen heranwachsen“, sagte Bürgermeisterin Bettina Lisbach, die speziell die Beteiligung der Bevölkerung beim Korridorthema „Grüne Stadt“ inklusive des Waldumbaus zu klimastabileren Wäldern hervorhob.

Anleitung zur Umpflanzaktion gab es von Forstamtsleiter Ulrich Kienzler, der darum bat, mit Umsicht zu Werke zu gehen, um das zarte Wurzelwerk nicht zu beschädigen: „Unsere Intention ist es, den Wald der Zukunft weiter auszubauen. Dafür nutzen wir auch den genetischen Pool dieser ‚Baumbabys‘. Das ist ein Geschenk der Natur.“

Der Geschäftsführer der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK), Dirk Vogeley, berichtete über die Pflanzaktion in Ecuador. Die Stadt Karlsruhe pflanzt dort mit KEK, Umweltbildungszentrum Mindo Lindo und der Artenschutzstiftung des Karlsruher Zoos auf 30 Hektar früherem Weideland mehr als 40 Baumarten. Ziel ist es, klimaschädliches C02 zu binden und ein Schutzgebiet für bedrohte Arten zu schaffen. „Schüler eines örtlichen Gymnasiums nehmen die Pflanzung vor. Es ist wichtig, sie für ihre Umwelt zu sensibilisieren“, so Vogeley. Ferner informierten Klaus Weindel (stellvertretender Leiter Gartenbauamt) und Jürgen Unger (Sachgebietsleiter Baumpflege) zur Fällung abgestorbener und von Pilz befallener Bäume an Straßen und Trassen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Allein in der Waldstadt mussten 2000 Bäume gefällt werden. Im Stadtgebiet wurden weitere 800 Bäume entlang von Grünanlagen und Straßen entfernt. Bis Februar läuft die Fällsaison. Bis dann müssen wohl noch rund 800 kranke Bäume weichen. Schwerpunkte von Forst- und Gartenbauamt waren zuletzt Oberreut und Bergwaldsiedlung. Auch die Willy-Andreas-Allee ist im Fokus. -voko-

 
 

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