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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Januar 2020

Naturdenkmal: Betreuende für „Toskana“ gesucht

UNGESTÖRTE NAHERHOLUNG soll die Neureuter „Toscana“ Karlsruherinnen und Karlsruhern ermöglichen. Deshalb wurde sie jüngst  zu einem Mininaturschutzgebiet erhoben. Foto: Fränkle

UNGESTÖRTE NAHERHOLUNG soll die Neureuter „Toscana“ Karlsruherinnen und Karlsruhern ermöglichen. Deshalb wurde sie jüngst zu einem Mininaturschutzgebiet erhoben. Foto: Fränkle

 

Im Grüne-Stadt-Projekt „Landschaftsschutz am Heidesee“ / Flächenhaftes Naturdenkmal „Sandrasen am Grünen Weg" entsteht / Regeln notwendig

In Neureut-Heide erfolgte mit der Unterschutzstellung der in der Bevölkerung als „Toskana" bekannten Fläche ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des Grüne-Stadt-Projektes „Landschaftsschutz am Heidesee". Die „Toskana" wird als Flächenhaftes Naturdenkmal „Sandrasen am Grünen Weg" langfristig wie ein kleines Naturschutzgebiet gesichert, beschlossen Gemeinde- und Ortschaftsrat.

Das Umweltamt informiert künftig regelmäßig über dortige Pflegemaßnahmen oder naturkundliche Führungen im Rahmen des Grüne-Stadt-Projektes. Wer bei der Betreuung des Gebietes oder bei der Durchführung von Pflegemaßnahmen helfen möchte, kann sich gerne per Mail an den Umwelt- und Arbeitsschutz: umwelt-arbeitsschutz@karlsruhe.de wenden.

Im Unterschutzstellungsverfahren bestätigte ein anerkanntes Gutachterbüro die hohe Schutzwürdigkeit der „Toskana" und schlug daher die Ausweisung als Flächenhaftes Naturdenkmal vor. Wesentlich dafür sind die Sandrasen und Sandmagerrasen, wie sie auch auf dem Alten Flugplatz vorkommen. Ergänzt werden sie durch wunderschöne alte Eichen und Kiefern, die nicht nur optisch, sondern auch für zahlreiche Insekten und Vögel bereichernd sind.

Neben dem Schutz dieser kleinen Fläche verfolgt das Umweltamt hier folgende Ziele: Durch Optimierung der Pflege und Besucherlenkung soll die Ansiedlung früher typischer Vögel wie Wendehals oder der in Neureut noch nachgewiesenen Heidelerche ermöglicht werden. Höhlen für den Wendehals gibt es in den alten Bäumen oder als Nisthilfen, die Heidelerche freut sich über die alten Bäume als Sing- und Sitzwarten, sucht ihre Nahrung in den vegetationsfreien oder nur locker bewachsenen Flächen und legt ihre Eier gut versteckt zwischen Grasbüscheln oder kleinen Sträuchern. Für diese beiden Arten sowie für viele andere sind somit die Bedingungen in der „Toskana" optimal. Das Umweltamt lädt die Besucherinnen und Besucher ein, die Kostbarkeiten dieser schönen Landschaft, deren seltene Lebensräume und eindrucksvolle Arten im Rahmen stiller Erholung zu erleben.

Um ihren Schutz zu sichern, ergeben sich einige Nutzungseinschränkungen. So sollen sich Erholungssuchende ausschließlich in dem markierten Betretungskorridor bewegen. Für Hunde gilt eine generelle Leinenpflicht. Sie dürfen nicht mehr frei laufen. Außerdem dürfen dort künftig keine Drohnen mehr aufsteigen. Dies stellt sicher, dass alle, von Kindergartenkindern, die sich zum Morgenkreis treffen, bis hin zu Naturliebhabern ungestört ihrer individuellen Naturbeobachtung nachgehen können. -red-

 
 

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