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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Januar 2020

IHK-Neujahrsempfang: Fortkommen sinnvoll organisieren

MOBIL INS NEUE JAHR. René Ohlmann, IHK-Ausschuss, Pere Calvet, UITP-Präsident, Oberbürgermeister Frank Mentrup und IHK-Präsident Wolfgang Grenke (v.l.). Foto: Fränkle

MOBIL INS NEUE JAHR. René Ohlmann, IHK-Ausschuss, Pere Calvet, UITP-Präsident, Oberbürgermeister Frank Mentrup und IHK-Präsident Wolfgang Grenke (v.l.). Foto: Fränkle

 

Intelligente Mobilität nützt Klimaschutz und Wirtschaft / Region mit Vorbildcharakter

Zukunft der Mobilität – das Generalthema des Neujahrsempfangs 2020 der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) hatte rund 1200 Menschen aus allen Bereichen der Zivilgesellschaft mobilisiert. Über die Hälfte von Ihnen war nach eigenen Angaben noch mit dem Auto zur Gartenhalle gekommen. Mit der Forderung nach einer Verkehrswende stieß IHK-Präsident Wolfgang Grenke aber auf uneingeschränkte Zustimmung.

„Mobilität ist vielfältig, und es gibt viele Möglichkeiten, Verkehrsmittel zu kombinieren. Es sinnvoll zu tun: darauf kommt es an“, erklärte Grenke in seiner Rede. „Ich bin überzeugt: in den nächsten zehn Jahren werden und müssen wir unser Fortkommen anders organisieren“. Eine effiziente und intelligente Mobilität nütze dabei sowohl dem Klimaschutz als auch der Wirtschaft.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier unterstrich in seiner Videobotschaft die aktuellen Erfolge auf dem Weg zur Energiewende. Obwohl die deutsche Wirtschaft seit 2005 um 25 Prozent gewachsen sei, seien 13 Prozent CO2 eingespart worden – 2019 allein 50 Millionen Tonnen. Es sei gelungen, das CO2-Wachstum vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln.

Im abschließenden Talk zum Thema „Zukunft der Mobilität – Was bewegt sich am Oberrhein?“ unter der Moderation von Prof. Dr. Sabine Remdisch, Guest Researcher Stanford University, richtete sich der Blick auf Ansätze und Entwicklungen in der Region. Die besitze in vielen Dingen, insbesondere was Forschung und Öffentlichen Personennahverkehr betrifft, Vorbildcharakter, betonte Dr. Frauke Goll, Leiterin des Digitalen Innovationszentraums am FZI Forschungszentrum Informatik. Der Umstieg auf öffentliche Verkehrssysteme erfordere mehr „Risikofreudigkeit und Innovationsbereitschaft“.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup unterstrich die Bedeutung der Kombilösung als „wichtiges Argument“ für die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs und erinnerte an die Entwicklung der regionalen App für alle Verkehrsträger im Rahmen des Leuchtturmprojekts RegioMove. Wichtiges Thema für das Stadtoberhaupt auch, die Aufenthaltsqualität des Straßenraums steigern. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel mahnte an, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu vereinfachen, um etwa Schienenstrecken reaktivieren zu können.

Und Pere Calvet, Präsident der UITP, Weltverband für öffentlichen Transport und Verkehr, verdeutlichte den Stellenwert des öffentlichen Verkehrs in ökonomischer wie ökologischer Sicht: 20 Millionen Menschen fänden weltweit ihren Arbeitsplatz in öffentlichen Verkehrsunternehmen. Und die global 500 Millionen Fahrgäste produzierten pro Jahr zwei- bis dreimal weniger CO2. René Ohlmann, Vorsitzender des Dt.-frz. IHK-Ausschusses für grenzüberschreitende Angelegenheiten, zeigte sich mit Blick auf die Potenziale in der Region selbstbewusst: „Dem Silicon Valley werden wir es zeigen“. bw

 
 

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