Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Januar 2020

Ettlinger Tor: Beitrag zur Baukultur

PERSPEKTIVE GESUCHT FÜR DAS AREAL RUND UM DAS LANDRATSAMT: Den inhaltlichen Diskurs nehmen hierzu die Planungsbüros und das Begleitgremium auf. Foto: Fränkle

PERSPEKTIVE GESUCHT FÜR DAS AREAL RUND UM DAS LANDRATSAMT: Den inhaltlichen Diskurs nehmen hierzu die Planungsbüros und das Begleitgremium auf. Foto: Fränkle

Prof. Dr. Vanessa Miriam Carlow von COBE im Bürgerdialog, Foto: Hasche/Presseamt Stadt Karlsruhe

Prof. Dr. Vanessa Miriam Carlow von COBE im Bürgerdialog, Foto: Hasche/Presseamt Stadt Karlsruhe

Die Auftaktveranstaltung wurde per Videoclip dokumentiert (hier mit OB Mentrup und Landrat Schnaudigel), Foto: Hasche/Presseamt Stadt Karlsruhe

Die Auftaktveranstaltung wurde per Videoclip dokumentiert (hier mit OB Mentrup und Landrat Schnaudigel), Foto: Hasche/Presseamt Stadt Karlsruhe

Diskussion am Stadtmodel, Foto: Foto: Hasche/Presseamt Stadt Karlsruhe

Diskussion am Stadtmodel, Foto: Foto: Hasche/Presseamt Stadt Karlsruhe

 

Werkstattverfahren „Ettlinger Tür Südwestseite“/Vier renommierte Planungsbüros beflügeln den Diskurs

Über 200 Gäste beim Auftaktworkshop „Ettlinger Tor Südwestseite“. „Das motiviert uns, nun in diesen spannenden Prozess einzusteigen“, freut sich OB Dr. Frank Mentrup. Bislang gebe es für das Areal keine städtebauliche Entwicklungsperspektive. Die Bauabsichten des Landkreises sind Anlass, eine Diskussion über sinnvolle und zukunftsgerichtete Lösungen anzustoßen.

Den Diskurs beflügeln werden die renommierten Planungsbüros berchtoldkrass space&options (Karlsruhe), COBE Berlin GmbH (Berlin), Max Dudler Architekten AG (Zürich) und MVRDV (Rotterdam). Erwartung ist, dass sie zusammen mit dem Begleitgremium unter Einbeziehung der Öffentlichkeit belastbare Antworten für den richtigen Nutzungs-Mix für diese exponierte Lage und die bauliche Entwicklung des Areals finden. Und das „über ein Werkstattverfahren, das an sich schon ein Beitrag zur Baukultur ist“, freute sich Mentrup. Bürgermeister Daniel Fluhrer wünscht sich den Mut, auch einmal „ein paar verrückte Ideen zu generieren“.

Zum Auftakt ging es um Denkmalschutz, Baugeschichte und städtebaulichen Kontext sowie Nutzerbelange des Landkreises. Stichwort Denkmalsschutz: Solange noch keine Entscheidung gefallen ist, wird mit zwei Szenarien gearbeitet – einmal mit, einmal ohne Erhalt der 1965 erbauten vier Gebäude des Landratsamts. Diese stehen als Gesamtheit unter Denkmalschutz, sind jedoch, so Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, stark sanierungsbedürftig. Konfrontiert sei man mit Schadstoffen, bei einer Sanierung müsste „bis aufs Gerippe abgetragen werden“. Auch aus funktionalen Gründen präferiere der Landkreis den Neubau. Dr. Baer-Schneider (Landesamt für Denkmalpflege): Ist die Plausibilitätsprüfung abgeschlossen, könne das denkmalrechtliche Verfahren entschieden werden. Allerdings sei die Petition (Ziel: Gebäude-Erhalt) zu beachten. Das Ettlinger Tor spiegle den Paradigmenwechsel städtebaulicher Leitbilder wieder, legte Dr. Gerhard Kabierske (Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau am KIT) dar. Die heterogene Architektursprache erfordere „eine starke Stimme, die diesem Ort besondere Identität gibt“, so Prof. Dr. Anke Karmann Woessner (Leiterin Stadtplanungsamt) aus.

Ihre Kreativität und Fachlichkeit können die Planungsbüros nun bis Sommer ausspielen. Im Südwerk wurde bereits klar, dass sie unterschiedliche Erfolgsrezepte für ihre international beachteten Projekte haben. „Wir sind Raum- und Stadtplaner und nehmen uns sehr stark der stadträumlichen Ebene an“, meinte Philipp Krass von berchtoldkrass space&options. Die perspektivischen Frage laute: Welche Bedeutung hat der Ort für die Stadt und ihrer Menschen. Zwei parallele Stränge will COBE zu einem „sicher tollen Entwurf“ zusammenfügen, erläuterte Prof. Dr. Vanessa Miriam Carlow. So schaue man sich einzelne Räume ganz speziell mit Blick auf alle künftigen Nutzer an – und lote zugleich mit kreativem Anspruch aus, was das Grundstück tragen kann. Der „aktuellen Beliebigkeit“ möchte Max Dudler ein Hochhaus entgegen setzen, das „mindestens 100 Jahre städtebaulicher Bestand hat“. Hochhäuser sind auch das Metier von MVRDV, erläutert Sven Thorissen, dabei sei wichtig, wie der Raum von Menschen erfahren, gelebt und geliebt wird. Infos unter www.karlsruhe.de/ettlingertor. –rie-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe