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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Januar 2020

Gemeinderat: Gleise raus nach Kombi-Bau

ENTSCHEIDUNG GEFALLEN: Nach Inbetriebnahme der Kombilösung fahren keine Bahnen mehr auf der Kaiserstraße. Die soll künftig zur Flaniermeile mit hoher Aufenthaltsqualität werden. Foto: Fränkle

ENTSCHEIDUNG GEFALLEN: Nach Inbetriebnahme der Kombilösung fahren keine Bahnen mehr auf der Kaiserstraße. Die soll künftig zur Flaniermeile mit hoher Aufenthaltsqualität werden. Foto: Fränkle

 

In der Kaiserstraße

Nach Bau und Inbetriebnahme der Kombilösung verschwinden die Gleise aus der Kaiserstraße, oberirdisch können dann dort keine Bahnen mehr fahren. Mit letztlich breiter Mehrheit beschloss der Gemeinderat am Dienstag die Herausnahme der Gleisanlagen zwischen Kronenplatz und Europaplatz, die dann voraussichtlich im Laufe des Jahres 2022 erfolgt.

Mit seinem von CDU, SPD, KAL/Die PARTEI, FDP, FW/FÜR und OB Dr. Frank Mentrup getragenen Beschluss bestätigte das Plenum erneut, die als wesentlicher Bestandteil im Bürgerentscheid von 2002 enthaltene Herausnahme der Schienen nach Abschluss des Gesamtprojekts umzusetzen. Die AfD stimmte dagegen, Grüne und Linke enthielten sich der Stimme. Diese drei Fraktionen hatten in zwei unterschiedlichen, am Ende gescheiterten Anträgen ein einjähriges Moratorium für den Abbau der Gleise nach Bau der Kombilösung gefordert. In dieser Zeit solle getestet werden, so GRÜNE-Stadtrat Johannes Honné, „ob die Kombilösung die künftig erforderlichen Kapazitäten aufnehmen kann“.

In der Debatte vor der Entscheidung betonte OB Dr. Frank Mentrup, die Gleisentfernung sei „eigentlich gesetzt“, die Stadt wolle „vollenden, was den Karlsruhern beim Bürgerentscheid als Ansage mitgegeben wurde“. Mentrup war überzeugt davon, dass die Kapazitäten der Kombilösung ausreichten. Falls notwendig könnten über Kriegsstraße und Hermann-Billing-Straße zusätzliche Linien fahren. Darüber hinaus berge eine Kurskorrektur bei der Kombilösung erhebliche finanzielle Risiken, befürchtete der OB dann eine Forderung nach Rückzahlung von Fördergeldern. Weiter widerspräche das Belassen von Schienen in der Kaiserstraße den dort bereits eingeleiteten Projekten der Stadtentwicklung.

Die CDU stehe „zum Bürgerentscheid“, freute sich Stadträtin Bettina Meier-Augenstein „auf die Ergebnisse der Kombilösung“. Deren Schub sei notwendig, um „die Innenstadt nachhaltig zu verändern und in der Kaiserstraße mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen“. Auch SPD-Fraktionschef Parsa Marvi fühlte sich „den Zielen von damals verpflichtet“ und sprach von „einer Entscheidung mit fundamentaler Tragweite für die weitere Entwicklung“. Wie Lüppo Cramer (KAL/Die PARTEI), der den Ausbau der Kaiserstraße „als Flaniermeile für Fußgänger“ unterstrich. FDP-Stadtrat Karl-Heinz Jooß hob auf „das Ende der trennenden Wirkung der Kriegsstraße“ ab. Diese gelte es, „sinnvoll umzugestalten“, so Jürgen Wenzel (FW/FÜR). Oliver Schnell (AfD) hegte indessen „Zweifel an der Kapazitätsfähigkeit des Stadtbahntunnels“. Lukas Bimmerle (DIE LINKE) wollte zur Erweiterung der Gleiskapazitäten einen neuen Bürgerentscheid anstreben. -trö-

 
 

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