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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. Februar 2020

Buchbesprechung: Zeitgeschichtliche Biografie über Käthe Kaufmann

Käthe Kaufmann in Mühlburg, im Hintergrund St. Peter und Paul  Foto: pr

Käthe Kaufmann in Mühlburg, im Hintergrund St. Peter und Paul Foto: pr

 

Mutig, selbstbestimmt, emanzipiert, von Technik fasziniert und Genießerin, das war die Unternehmerin Käthe Kaufmann. Der „starken Frau aus Karlsruhe“ hat Britta Wirtz nun eine spannende Biografie gewidmet.

Entstanden nach intensiven Archivforschungen und Familienrecherchen zeichnet Messechefin Wirtz mit Co-Autor Bernhard Wagner den Lebensweg ihrer 1899 geborenen und 1981 gestorbenen Urgroßmutter vom „Badischen Umzugskind“, aufgewachsen  auch in Mannheim, Rastatt und Offenburg zunächst vom Ersten Weltkrieg, dem der Bruder zum Opfer fiel, über die erste gescheiterte Ehe bis hin zu ihrer Autobegeisterung nach.

Inhaberin eines der ersten Frauenführerscheine, chauffierte sie ihren zweiten Mann, den erfolgreichen Handelsunternehmer Ludwig Kauf¬mann zu Terminen.  Als ihn die Nazis als Juden verhafteten, fuhr sie vergeblich nach Berlin, um ihn zu retten. Nach seiner Ermordung  in  Auschwitz gründete sie  als Autodidaktin in der Weststadt eine gut laufende Modemanufaktur.

Gleichzeitig führte sie gegen die Bundesrepublik Deutschland 24 Jahre lang einen letztlich erfolgreichen Prozess, um Wiedergutmachung für ihren ermordeten Mann zu bekommen. Erholung fand sie auf Reisen, im Kreis der Familie bei gutem pfälzisch- badischen Essen und auf der Schäreninsel Granholm, da ihre Tochter nach Norwegen geheiratet hatte. Erschienen ist das 264-seitige, bebilderte Buch im Lauinger Verlag zum Preis von  16.90 Euro. -cal-

 
 

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