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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Februar 2020

Geburtstag: Brillant, hartnäckig und bescheiden

WEGGEFÄHRTEN und Angehörige ehrten am Dienstag auf dem Rüppurrer Friedhof den ehemaligen OB Otto Dullenkopf. Foto: Fränkle

WEGGEFÄHRTEN und Angehörige ehrten am Dienstag auf dem Rüppurrer Friedhof den ehemaligen OB Otto Dullenkopf. Foto: Fränkle

 

Zum 100. Geburtstag von Otto Dullenkopf legte OB Mentrup Kranz am Grab nieder

Otto Dullenkopf, einer der wichtigsten und prägnantesten Karlsruher Köpfe der Nachkriegszeit, wurde vor 100 Jahren, am 11. Februar 1920, geboren.

An seinem Grab auf dem Rüppurrer Friedhof legte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup daher im Kreise vieler Familienmitglieder und Weggefährten, darunter seine Nachfolger Prof. Dr. Gerhard  Seiler und Heinz Fenrich, einen Kranz nieder. „Dulli“, wie er „gleichzeitig liebe- und respektvoll“ genannt wurde, erinnerte Mentrup, engagierte sich fast 40 Jahre lang als Landtagsabgeordneter, als Stadtrat und Dezernent und schließlich als Oberbürgermeister für das Gemeinwohl. Geführt habe er  die Stadt „mit Geschick, Fingerspitzengefühl und Cleverness, oft hintergründigem Humor und nie abgehoben“.

Der Sohn eines Kaufmanns  lernte den Beruf des Vaters, diente im Krieg als Rettungssanitäter, trat danach in die CDU ein, wo er schnell aufstieg, jedoch aus Heimatverbundenheit Konrad Adenauers Angebot, Bundesgeschäftsführer zu werden, ablehnte. 1947 jüngster Gemeinderat, 1961 Sozial- und Werksdezernent, schuf er von 1970 bis 1986 als bürgernaher OB, der schon Bürgersprechstunden einführte, eine auch junge Menschen begeisternde Aufbruchstimmung. Beliebt unter den Bürgermeistern, denen er kaum in ihre Arbeit hineinregierte, pflegte er auch mit dem Gemeinderat Fairness und Toleranz. Der hoch verschuldeten Stadt verordnete er einen so erfolgreichen Sparkurs, dass bereits am Ende seiner ersten Amtszeit wieder Investitionen möglich waren. Auch mit Stuttgart gut vernetzt, sicherte er staatliche Einrichtungen für Karlsruhe. Durch Eingemeindungen der „Bergdörfer“, von Grötzingen und Neureut,  vergrößerte er  die Gemarkung um 41 Prozent. In seine Amtszeit fiel auch die Altstadtsanierung des Dörfles als damaliges, jetzt kritisch gesehenes  „Vorzeigeprojekt“. Und  der Bau von Stadt-, Europahalle sowie die Umwidmung des Prinz-Max-Palais als Kulturzentrum, alle drei „auch aktuell“ wieder Thema, so Mentrup. Dazu kamen die Einrichtung von Fußgängerzonen um die Hauptpost, den Marktplatz und in der Kaiserstraße sowie von 1970 bis 1988 der Bau der Südtangente. Fleißig, beharrlich und bescheiden, schrieb Dullenkopf, verriet Mentrup „seine brillanten Reden selbst“. Nach dem Ehrenbürger der Stadt, Uni-Ehrensenator und Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes, ist inzwischen außerdem  der Otto-Dullenkopf-Park benannt. -cal-

 
 

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