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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Februar 2020

Sport: Vereine bleiben das Fundament

SPORTGESPRÄCH mit (v. r.) Bürgermeister Lenz und Gewichtheberin Kusterer, Kanute Fazloula, Softball-Spielerin Kälblein, Turnerin Grießer, Läufer Kessler und Schwimmerin Goerigk. Foto: MMG

SPORTGESPRÄCH mit (v. r.) Bürgermeister Lenz und Gewichtheberin Kusterer, Kanute Fazloula, Softball-Spielerin Kälblein, Turnerin Grießer, Läufer Kessler und Schwimmerin Goerigk. Foto: MMG

 

Sportgespräch würdigt Karlsruhes Leistungskonzeption und Olympia-Hoffnungen

„Ich wüsste nicht, was man besser machen könnte“, lobte Sportbürgermeister Martin Lenz als Referent die Sportstadt Karlsruhe für Tradition und Perspektive. „Die Karlsruher Leistungssportkonzeption“, die sich seit gut drei Jahrzehnten bewähre, „im Spiegel der Leistungssportreform Deutschlands“ war sein Vortragsthema beim Sportgespräch.

Besonders ging es am Mittwoch vergangener Woche um lokale Olympiahoffnungen. Zu denen zählen Tischtennisspieler Dang Qiu vom Deutschen Sensations-Pokalsieger ASV Grünwettersbach, Weitspringer Julian Howard und Boxer Vincent Feigenbutz, der am Samstag in den USA Weltmeister werden möchte. Weitere Spitzen-Athleten gaben bei den Stadtwerken, die sich in Sponsoring und Ausbildung engagieren, auch persönlich Einblick: in ihren enormen körperlichen und mentalen Einsatz neben Schule oder Arbeit, in Herausforderungen, Träume und Perspektiven. Sabine Kusterer („Ich liebe Gewichtheben“), die wieder zu Olympia will, laboriert an einer Zerrung. Sie trainiert am Stützpunkt Leimen, bleibt im Wettkampf aber dem KSV Durlach verbunden. Mittelstreckenläufer Christoph Kessler muss nach einer Hüft-OP „seine „Beinchen wieder fit kriegen“ und bei fünf Wettkämpfen Vorgaben erreichen. Dankbarkeit, in Deutschland geboren und Sportler sein zu dürfen, versicherte er, als Moderator Teo Jägersberg ihn auf das Schicksal des Rheinbrüder-Kanuten Saeid Fazloula ansprach.

Der Iraner möchte für Deutschland oder unabhängig als Flüchtling starten, doch die Verbände stellen sich quer oder stumm. In seiner Heimat locken immense Prämien, droht(e) aber auch die Todesstrafe, sollte der angehende Sport- und Fitness-Kaufmann – wie unterstellt – Christ werden. „Ich kann nicht gegen alle Widerstände kämpfen.“

Turnerin Leah Grießer sieht Tokio im Sommer als „sehr unrealistisch“ an, gibt aber alles aus über ihr Medizin-Studium wiedergewonnener Liebe zum Sport. Gegen die Hochburgen Stuttgart und Chemnitz sei kaum anzukommen, aber: „Ich konnte meine ganze Kindheit zu Hause verbringen.“ Das schätzt auch Lagen-Schwimmerin Giulia Goerigk, mit 17 Jahren nun bei den Erwachsenen („viel härtere Quali-Zeiten“) und in Karlsruhes Sport-Internat. Ihre Trainingsstätte Fächerbad erfuhr einen Tag vor dem Sportgespräch Würdigung als neuer Landesstützpunkt (siehe Beitrag „Fächerbad wird Landesstützpunkt“).  Auf 2028, zumindest für ihre Sportart und Deutschland, hofft die mit vorgestellte Softball-Nationalspielerin Lisa Kälblein von Karlsruhes Cougars, die wohl eine neue Sportstätte brauchen. Die Möglichkeit, Wohnraum schaffen zu können, wiegt in dem Fall schwer.

„Die Vereine bleiben das Fundament“, betonte Lenz, dessen Dezernat mit dem Sportausschuss in Relation zum Sportkreis das Äquivalent zur Bundesachse Innenministerium – Deutscher Olympischer Sportbund bilde. Finanziell legten die Vereine nach der Bundesreform eher noch drauf. Die gebotene Leistungsorientierung erlaube kein Gießkannenprinzip, doch sei nicht zuletzt die Breite beachtlich, in der die Fächerstadt ihr eigenes Potenzial sportlich demonstriere. -mab-

 
 

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