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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Februar 2020

Umwelt: Dachse in Grötzingen

IMMER ÖFTER streifen Dachse auch tagsüber durchs Grötzinger Wohngebiet und verärgern Gartenbesitzer. Foto: Marek/ForstBW

IMMER ÖFTER streifen Dachse auch tagsüber durchs Grötzinger Wohngebiet und verärgern Gartenbesitzer. Foto: Marek/ForstBW

 

Wilde Kulturfolger zeigen sich auch tagsüber

Besonders nachts und bei Dämmerung lässt sich in den Hohlwegen rund um Grötzingen mit etwas Glück der „Grimbart" antreffen. Immer öfter aber streift der Dachs auch tagsüber durch die Gärten des Wohngebiets.

Besonders nachts und bei Dämmerung lässt sich in den Hohlwegen rund um Grötzingen mit etwas Glück der „Grimbart" antreffen. Immer öfter aber streift der Dachs auch tagsüber durch die Gärten des Wohngebiets. Denn die Tiere sind sogenannte Kulturfolger, die sich den menschlichen Lebensräumen anpassen und gerade im Winter Nahrung im Komposthaufen, im Beet und unter dem gepflegten Rasen finden. Seine Baue kann der Dachs hier zwar nicht wie gewohnt an Hängen und Böschungen anlegen, stattdessen gräbt er unter Garagen, Carports und Treppen das lockere Erdmaterial aus und verursacht hierdurch oft Schäden.

Für Anwohnerinnen und Anwohner kann ständiger Dachs-Besuch so zu einem echten Konflikt werden. Wer keinen Dachs auf seinem Grundstück möchte, sollte sich deshalb um einen engmaschigen Zaun von mindestens 1,20 Meter Höhe bemühen, der in den Boden eingearbeitet ist. Zudem sollten Eigentümer Tierfutter aus dem Garten entfernen sowie Abfalltonnen und den Kompostplatz unzugänglich machen. Lärm, Licht und beißende Gerüche helfen nur kurzfristig bei der Vergrämung der Tiere. Bei ersten Grabversuchen eines Dachses an einem Gebäude können die Löcher wieder mit Erde geschlossen und mit einem Brett oder Blumentopf abgedeckt werden. Geht das Loch bereits so weit unter das Gebäude, dass das Ende der Röhre nicht erkennbar ist, ist Vorsicht geboten: Ein Abdecken des Baus hätte dann zur Folge, dass der Dachs verhungert und erstickt. Solche Maßnahmen sind aus Tierschutzgründen nicht zulässig. Fachlichen Rat gibt der städtische Wildtierbeauftragte Stefan Lenhard. Er betont auch, dass Dachse nur dann aggressiv werden, wenn sie krank oder verletzt sind oder in die Enge getrieben werden. Auf Menschen übertragbare Wildkrankheiten seien bei den Tieren im Stadtgebiet nicht bekannt. -red-/-bea

 
 

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