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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. März 2020

Corona: Virus drosselt Dienste

GESCHLOSSEN bleiben derzeit alle Einrichtungen des öffentlichen Lebens wie Schulen und Bibliotheken, Rathaus und Bürgerdienste, Geschäfte und Restaurants sowie Spielplätze. Dafür bat OB Mentrup um Verständnis. Fotos: Fränkle

GESCHLOSSEN bleiben derzeit alle Einrichtungen des öffentlichen Lebens wie Schulen und Bibliotheken, Rathaus und Bürgerdienste, Geschäfte und Restaurants sowie Spielplätze. Dafür bat OB Mentrup um Verständnis. Fotos: Fränkle

Foto: Fränkle

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Landesverordnung schränkt öffentliches Leben stark ein / „So verhalten, als könnte man der Nächste sein, den es trifft oder der infiziert“

Job, Freizeit, Familie – mit der neuen Verordnung des Landes Baden-Württemberg hat sich das gesellschaftliche Leben auch in Karlsruhe drastisch verändert. Nicht nur Schulen, Museen, Sportstätten und Veranstaltungen sind davon betroffen, seit Mitte der Woche schränkt die Corona-Pandemie auch die Stadtverwaltung stark ein.

Am Dienstag hat das Rathaus auf Notbetrieb umgestellt. Hiervon betroffen ist auch der gesamte Bürgerservice der Stadt. "Wir konzentrieren uns sehr darauf, die Ausbreitung zu verlangsamen", betonte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz. Diese fand am Dienstag auch als Zeichen in einem Innenhof des Rathauses statt, da oberstes Gebot bleibe, die Empfehlungen und Schutzmaßnahmen ernst zu nehmen.

Absolut notwendige und unaufschiebbare Angelegenheiten sollen weiterhin erledigt oder zumindest geklärt werden können. Dies gilt voraussichtlich bis mindestens Freitag, 27. März, um in dieser Zeit einen Basisbetrieb aufzubauen. Diese Entscheidung fußt auf der Allgemeinverfügung der Stadt sowie der Landesverordnung und dient dem Schutz sowohl der städtischen Beschäftigten als auch der Kundschaft.

Maßnahmen zur beiderseitigen Sicherheit

Dafür umfasst der angestrebte Basisbetrieb auch Plexiglasscheiben an den Service- und Beratungsplätzen. Der Bürgerservice soll vor allem keine übermäßigen Menschenansammlungen erzeugen, die es gegenwärtig überall zu verhindern gilt. So wird es auch Maßnahmen geben, um etwa den Mindestabstand zwischen Wartenden gewährleisten zu können. Der telefonische Austausch mit den Dienststellen bleibt weiter möglich, versicherte Mentrup. Manches lasse sich vielleicht auch per E-Mail mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regeln.

Es gehe vor allem darum, den direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht zu minimieren und "um beiderseitige Sicherheit". Wie das Stadtoberhaupt erläuterte, soll der anvisierte Zeitrahmen "plus minus zwei Wochen" betragen, da manche Umstellungen mehr Zeit erforderten. Bürgerinnen und Bürger sollten jedoch zeitnah wieder möglichst viele Bürgerdienste nutzen können. Die Verwaltung bittet im Sinne der Gesundheit aller Beteiligten darum, von aktuell nicht zwingend notwendigen Behördengängen abzusehen. Weder wie zuletzt am Servicezentrum Auto und Verkehr noch etwa an vielen Spielplätzen seien Menschentrauben zweckdienlich. Vielmehr bat OB Mentrup allgemeingültig darum, sich "so zu verhalten, als könnte man der Nächste sein, den es trifft oder der infiziert".

Verfügung der Stadt abgelöst

Da die nun in Kraft getretene Landesverordnung im Umfang ihrer vorgeschriebenen Maßnahmen deutlich über die bisher geltende Verfügung der Stadt Karlsruhe hinausgeht, gilt jetzt die Landesverordnung, daneben eine neue städtische Verfügung, die das Thema Prostitution explizit erweitert. Die Landesverordnung beruft sich explizit auf die „Leitlinien zum Kampf gegen die Corona-Epidemie“, die zwischen der Bundesregierung und den Ländern vereinbart wurden.

Für alle Fragen rund um den Corona-Virus aktualisiert die Stadt ständig das Informationsportal im Netz unter karlsruhe.de/corona. Hier gibt es Auskunft zu Verhalten im Alltag oder Krankheitsfall, Hygienehinweise, Auskunft zu Risikogebieten sowie weiterführende Links zu Gesundheitsamt, Kultusministerium, Auswärtigem Amt oder Robert-Koch-Institut mit gesicherten Informationen. Zudem finden Bürgerinnen und Bürger aktuelle Interviews, Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) sowie Telefonnummern der städtischen Ämter im Notbetrieb. -bea/gem-

 
 

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