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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. April 2020

Stadtarchiv: Bändiger des Rheins

HOHE INGENIEURS-KUNST: Johann Gottfried Tulla. Foto: Stadtarchiv

HOHE INGENIEURS-KUNST: Johann Gottfried Tulla. Foto: Stadtarchiv

 

Johann Gottfried Tulla wurde vor 250 Jahren geboren

Der Ausbau des Oberrheins zur vorbildlichen europäischen Wasserstraße war für ihn Lebensaufgabe. Er hatte dabei vor allem die Interessen der Anrainer des zwischen Basel und Mannheim ungebändigten Stroms im Blick.

In seiner  Schrift von 1825 „Über die Rektifikation des Rheins” war für Tulla klar: „Wird aber der Rhein rektifiziert, so wird alles längs diesem Strom anders werden; der Muth und die Thätigkeit der Rheinufer-Bewohner wird in dem Verhältnis steigen, in welchem ihre Wohnungen, ihre Güter und deren Ertrag mehr geschützt seyn werden.“ Die ersten Durchstiche auf Höhe von Karlsruhe durch den mäandernden Fluss von 1817 bis 1819 initiierte der badische Ingenieur-Oberst noch selbst. Bis zur Vollendung der nach seinen Plänen entstandenen Korrektion des Rheins auf der über 260 Kilometer langen Strecke zwischen den badischen Grenzen zur Schweiz und zu Hessen dauerte es aber noch gut 60 Jahre über seinen Tod hinaus.

Johann Gottfried Tulla wurde vor 250 Jahren, am 20. März 1770, im heutigen Stadtteil Rüppurr geboren. Der Sohn einer evangelischen Pfarrersfamilie studierte nach dem Besuch des Karlsruher Lyceums Geometrie und bildete sich in Mathematik und Bauingenieurwesen vielfältig weiter. 1804 trat er als Oberingenieur mit dem Titel Hauptmann in die Dienste des badischen Markgrafen Carl Friedrich, der ihm Leitung und Oberaufsicht über den Ausbau des Rheins und der Binnenflüsse übertrug. 1807 gründete Tulla in Karlsruhe die Ingenieurschule, die 1825 durch Zusammenschluss mit der Architekurschule Weinbrenners in der Polytechnischen Hochschule, (Vorläuferin von TH und KIT) aufging. 1817 wurde Tulla als Oberst zum Ober-Wasser- und Straßenbaudirektor ernannt. Bis zu seinem Tod am 27.März 1828 in Paris -  wo er auf dem Friedhof am Montmartre beigesetzt ist - galt sein Augenmerk auch dem Straßenbau. Die Entstehung eines zusammenhängenden Straßennetzes als wichtige Basis für die wirtschaftliche Entwicklung Badens, ist ebenfalls das Verdienst des Rhein-Bändigers. -trö-

 
 

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