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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Mai 2020

Gemeinderat: Klimaschutzkonzept 2030

Umweltfreundliche Mobilität und eine möglichst große autofreie Innenstadt wie in der Erbprinzenstraße sind Klimamaßnahmen. Foto: Fränkle

Umweltfreundliche Mobilität und eine möglichst große autofreie Innenstadt wie in der Erbprinzenstraße sind Klimamaßnahmen. Foto: Fränkle

 

An Tempo noch deutlich zulegen / Große Mehrheit im Plenum für ambitionierte Ziele bei ständiger Erfolgskontrolle

Das Klimaschutzkonzept 2030 als Handlungsrahmen für künftiges Klimaschutzhandeln billigte der Gemeinderat samt Änderungen mit großer Mehrheit bei drei AfD-Gegenstimmen. Für diesen „Kraftakt“ dankte OB Dr. Frank Mentrup ebenso den vielen Mitwirkenden aus Öffentlichkeit und Verwaltung.

Um die „verheerende Klimaentwicklung aufzuheben“, habe die Stadt versucht, „die Balance zu finden, zwischen dem, was wir uns zutrauen und dem, was erreichbar ist“. Basierend auf den Beschlüssen der UN-Klimakonferenz und dem Sonderbericht des IPCC (Intergovernmental Panel of Climate Change) von 2018 „ist das ambitionierte Konzept nur umsetzbar, wenn alle mitmachen und Bund wie Land die Rahmenbedingungen  schaffen“, verdeutlichte  Umweltdezernentin Bettina Lisbach.

Wurden beim  ersten städtischen Konzept von 2009 die Ziele Ökostrom für städtische Liegenschaften sowie Förderung des Radverkehrs umgesetzt,  gelte es nun „an Tempo zuzulegen, um die verschärften Ziele zu erreichen“. So sollen bis 2030 die CO2-Emissionen im Stadtgebiet um 58 Prozent, bezogen auf den Stand von 2010 abgesenkt werden. Das bedeutet gegenüber den aktuellsten Zahlen von 2017 eine Minderung von rund 1,3 Millionen Tonnen CO2 beziehungsweise eine  Absenkung von 7,9 Tonnen auf 3,3 Tonnen pro Kopf und Jahr. Langfristig strebt die Stadt jedoch bis 2050 Klimaneutralität an. Im Klartext: Es dürfen nur noch unter 0,5 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr ausgestoßen werden. Außerdem will die Stadtverwaltung selbst bis 2040 klimaneutral sein. Der Prozess für das  Klimaschutzkonzept ist öffentlich.

Das Plenum   beauftragte außerdem die Verwaltung, die aufgelisteten Maßnahmen weiter auszuarbeiten und im Rahmen der zur Verfügung gestellten Ressourcen  umzusetzen. Über notwendige Detailregelungen, zusätzliches Geld und Personal entscheidet der Gemeinderat in seinen regulären Sitzungen und in den Haushaltsberatungen. Außerdem berichtet die Verwaltung dem Stadtparlament regelmäßig über den aktuellen Stand des Erreichten und Realisierten. Die Maßnahmen sind unter fünf große Handlungsfelder sortiert: Wärme und Strom, Bauen und Sanieren, Wirtschaft, Mobilität und  Übergreifendes. Dazu kommen 75 Einzelthemen. Das größte Einsparpotential (mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen) liegt  im Bereich Strom (Industrie und Privathaushalte), in der Stromerzeugung bei Umstellung auf der Photovoltaik und im  Wärmeverbrauch bei Privathaushalten. -cal-

 
 

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