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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Mai 2020

Ettlinger Tor – Südwestseite: Visionär mit konkreter Konzeptidee

 

Digitales drittes Werkstatttreffen / Typen-Vielfalt mit Torhäusern, Wohn-Hochpunkt, Hochhaus-Schwarm oder Sonderbaustein

„Ettlinger Tor – Südwestseite“ – ohne Werkstatt: Mit lebhafter Video-Debatte machten COBE -Ber¬lin, Max Dudler Ar¬chi¬tek¬ten AG, berchtold¬krass space&options, MVRDV und Begleitgremium das Beste daraus. Auch wenn mancher das spürbare Publikums-Raunen vermisste, wenn die kreativen Köpfe ihre „Überraschungs-Kisten“ öffneten.

Seit Mitte März war an den Charaktertypen gefeilt worden - mit und ohne Erhalt der Bestandsgebäude. Ins Rennen gingen sie, so der Vorsitzende des Begleitgremiums, Wolfgang Riehle, mit „Hochhaus-Schwarm“, Gebäuden mit oder bewusst ohne Aufgreifen der Fächerstruktur, einer Ettlinger-Tor-Kreuzung mit dominanter Eckbebauung - per Torhäuser und Torbogen – oder großflächig ausgerollte Platzarchitektur. „Bemerkenswert“, fand Bürgermeister Daniel Fluhrer „sei der Facettenreichtum der verschiedenen Entwürfe“.

Für COBE Berlin stellte Prof. Dr. Vanessa Miriam Carlow eine großzügige Innenfläche mit einer differenzierte Bauzeile entlang des Kriegsstraßen-Boulevards vor. Bei der „Umarmungs-Variante“ machte die Anmutung des zum Wohnhaus transformierten Hochhauses stutzig. Das Landratsamt (LRA) zieht hier in einen kubischen Solitär Richtung Kreuzung.

Max Dudler ließ für sein Büro den Blick nach außen schweifen und bezog Herman-Levi-Platz und Postgiro-Areal mit ein. „Der Entwurf greife historische Überlegungen gekonnt auf und führe sie stringent weiter“, so Fluhrer. Ein Torhaus mit tiefen Arkaden schlägt die Brücke zum Zwilling am Eck des Hermann-Levi-Platzes. Wie bei MVRDV wird der Blockrand auf dem Postgiro-Areal mit platzartigem Einschnitt wieder hergestellt. „MVRDV hat noch einmal ganz neue, kühne Ansätze vorgestellt“, so Fluhrer.

Winy Maas spielte mit torartigen Konstrukten über den Kreuzungsbereich hinweg. Bei der „Parkstadt“ rückt stringent die Grünvernetzung ins Zentrum. Beim „Central Business District“ sind es viele gleichhohe Hochpunkte - Grün toppt intensiv auf oberen Etagen. Aus dem umgebenden Nutzungs-Mix leitet Dr. Martin Berchtold für berchtoldkrass space&options einen „Sonderbaustein“ mit Baukörpern außerhalb der Fächerstruktur ab. Kein Gebäude besetzt das Kreuzungsareal.

Die rasche Realisierung fürs LRA sei fürs Finale im Juli gesetzt, auch bei „radikalen Lösungen“, fasst Riehle zusammen. Dabei soll es nur 1a-Lagen geben - LRA-Neubau und „Bestandsgebäude als Bürde“ gehen nicht. Der Kriegsstraßen-Boulevard braucht städtebaulich eine adäquate Antwort, das Stadtklima ist zentraler Punkt. Info:  www.karlsruhe.de/ettlingertor, Beteiligungsportal: beteiligung.karlsruhe.de. -rie-

 
 

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